Nach externer Analyse: So will Zug den Kindesschutz ausbauen

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Zug hat laut einer Analyse Handlungsbedarf. Der Kanton will bis 2028 Abläufe und Rollen verbessern.

Das Mandatszentrum des Zuger Amts für Kindes- und Erwachsenenschutz (KES) soll in den kommenden Jahren organisatorisch weiterentwickelt werden. Eine von der Direktion des Innern in Auftrag gegebene Vertiefungsanalyse der Beratungs- und Prüfgesellschaft PwC zeigt insbesondere bei Rollen, Prozessen sowie beim Qualitäts- und Wissensmanagement Handlungsbedarf auf.
PwC untersuchte zwischen März und Juni dieses Jahres unter anderem die Organisation, Zuständigkeiten, Personalführung, Kommunikation sowie den Umgang mit Wissen und Qualität. Im Zentrum der Empfehlungen stehen klarere Strukturen.
Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der Mitarbeitenden sollen eindeutiger festgelegt werden. Gleichzeitig will der Kanton zentrale Abläufe stärker vereinheitlichen und die Zusammenarbeit so organisieren, dass sie weniger von einzelnen Personen abhängig ist.
Auch das Fachwissen soll systematischer gesichert und innerhalb der Abteilung zugänglich gemacht werden. Die Untersuchung nahm auch die vergleichsweise hohe Personalfluktuation im Mandatszentrum unter die Lupe.

Dabei liessen sich laut PwC keine einzelnen strukturellen Ursachen feststellen. Vielmehr wirkten mehrere Faktoren zusammen. Die Direktion des Innern hat die Empfehlungen nun mit den bereits laufenden Reformmassnahmen des gesamten Amts abgestimmt.
Nach Dringlichkeit, Umsetzbarkeit und gegenseitigen Abhängigkeiten wurden die einzelnen Schritte priorisiert. Noch bis Ende 2026 sollen zunächst die Rollen und Zuständigkeiten geklärt werden. Die gesamte Umsetzung ist bis 2028 vorgesehen.
Neues Führungsmodell ab 2027
Landammann und Vorsteher der Direktion des Innern, Andreas Hostettler, betont, die Weiterentwicklung solle schrittweise erfolgen. Gleichzeitig müsse die laufende Arbeit des Mandatszentrums gewährleistet bleiben. Die Mitarbeitenden sollen in den Veränderungsprozess einbezogen werden.
Die Neuausrichtung des Mandatszentrums ist Teil einer umfassenderen Reform des Amts für Kindes- und Erwachsenenschutz. Der Regierungsrat hat im Juni Armin Camenzind zum neuen Amtsleiter gewählt. Er tritt seine Stelle am 1. Januar 2027 an und übernimmt die Amtsleitung per 1. März. Gleichzeitig soll eine neue Aufbauorganisation in Kraft treten.
Fortschritte werden auch bei den Gefährdungsmeldungen vermeldet. Ende 2025 waren mehr als 100 Meldungen zurückgestellt. Im Mai dieses Jahres waren es noch 35, Mitte September 15.
Als Gründe für den Rückgang nennt die Direktion des Innern optimierte Abläufe, eine vorübergehende personelle Verstärkung und eine derzeit tiefere Zahl neuer Meldungen. Parallel dazu läuft die Überprüfung der gesetzlichen Grundlagen.
Ein zentraler Punkt ist die geplante Trennung von Amtsleitung und KESB-Präsidium. Die entsprechende Anpassung soll im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren erfolgen. Die Massnahmen für das Mandatszentrum werden nun in den bestehenden Reformplan des gesamten Amts integriert.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.








