Teilüberdeckung der A2 für Luzern-Süd geplant

Bund, Kanton und Stadt Kriens wollen die A2 bei Luzern-Süd teilweise überdecken. Neue Siedlungsverbindungen sollen Quartiere verbinden und Lärm reduzieren.

Wie die Stadt Kriens mitteilt, sieht das Projekt N02/14 Gesamtsystem Bypass Luzern des Bundes mehrere Teilprojekte vor, durch deren Realisierung der Engpass auf der Nationalstrasse A2/A14 im Grossraum Luzern beseitigt und die Funktionalität der Nationalstrasse sichergestellt werden soll.
Vor diesem Hintergrund haben das Bundesamt für Strassen ASTRA, der Kanton Luzern, der regionale Entwicklungsträger LuzernPlus und die Stadt Kriens gemeinsam den Umgang mit dem offenen Abschnitt der Autobahn A2 zwischen dem Südportal des Tunnels Sonnenberg und dem Nordportal des Tunnels Schlund untersucht. Die Nationalstrasse wirkt heute im Siedlungsgebiet von Kriens stark trennend.
Breit abgestützter Prozess für eine gemeinsame Lösung
Seit 2022 sind die Projektpartner in einem gemeinsamen Planungsprozess unterwegs, um zu klären, ob und wie eine Überdeckung der A2 möglich ist. Die Testplanung kam zum Ergebnis, dass Teilüberdeckungen statt einer Vollüberdeckung weiterverfolgt werden.
Die Planungen wurden bis Ende 2025 weiter vertieft und die Machbarkeit grundsätzlich geklärt. Jetzt liegt das Entwicklungskonzept «Siedlungsverbindungen Luzern-Süd» vor und die Projektpartner haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen für die Aufwertung und einer teilweisen Überdeckung der Autobahn A2 geeinigt.
Mit neuen Siedlungsverbindungen über die Autobahn soll die Trennwirkung der Autobahn A2 wesentlich verringert, die Siedlungsentwicklung nach innen ermöglicht, der Lärmschutz sowie die Störfallvorsorge verbessert werden.
Entwicklungsschwerpunkt Luzern-Süd
Der Raum Luzern-Süd ist ein gemeindeübergreifender Entwicklungsschwerpunkt des Kantons Luzern. Zahlreiche Entwicklungs- und Bauprojekte befinden sich in der Planung, im Bau oder konnten bereits realisiert werden.
In den nächsten 20 Jahren werden auf einer Fläche von rund 1,7 Quadratkilometer schrittweise Wohnungen und Arbeitsplätze für 10‘000 bis 15‘000 Menschen geschaffen. Das Gebiet weist grosses Entwicklungspotenzial auf, insbesondere im Hinblick auf die Transformation von Verkehrsräumen und Randlagen zu urban integrierten Quartieren.
Das gemeinsame räumliche Zielbild sieht vor, die Autobahn A2 teilweise zu überdecken und damit wichtige Siedlungsverbindungen über die Autobahn A2 hinweg zu schaffen.
Neue Siedlungsverbindungen über die Autobahn
Die im Rahmen des Gesamtsystems Bypass Luzern geplanten Grosshofbrücken werden dazu um zwei weitere Bauwerke ergänzt: Mit der Überdeckung Arsenal zur Siedlungsverbindung Rösslimatt und der Verlängerung des Tunnels Schlund zur Siedlungsverbindung Chäppeliallmend. Der Tunnel Schlund soll dazu um 130 bis 150 Meter Richtung Norden verlängert werden, und die neue Überdeckung Arsenal soll auf 250 bis 300 Metern die Autobahn überdachen.
Die Siedlungsverbindungen sollen als öffentliche Freiräume und Begegnungsflächen wesentlich zur Entwicklung von Luzern-Süd beitragen. Sie bieten wichtige Grünräume, neue Aufenthaltsorte und sorgen für einen Ausgleich zum dichtbesiedelten und stark verkehrlich genutzten Gebiet.
Sie verbinden die Quartiere über die Autobahn hinweg. Ergänzenden zu den Siedlungsverbindungen sind Lärmschutzelemente, an die Autobahn angrenzende Hochbauten sowie begrünte Mauern und Aufschüttungen zur besseren Integration der Autobahn vorgesehen.
Weiteres Vorgehen zwischen Bund, Kanton und Kriens vereinbart
Die Kosten für das Vorhaben betragen gemäss aktueller Kostenschätzung insgesamt 186,54 Millionen Franken. Das ASTRA übernimmt 60 Prozent der Gesamtkosten (111,92 Millionen Franken). Der Kantonsbeitrag umfasst 26 Prozent (48,5 Millionen Franken) und der kommunale Beitrag 14 Prozent (26,12 Millionen Franken).
Auch künftig arbeiten Bund, Kanton Luzern und Stadt Kriens Hand in Hand. Sie haben eine gemeinsame Umsetzungsvereinbarung unterzeichnet, welche die Zusammenarbeit der Projektpartner regelt. Das ASTRA übernimmt die Bauherrschaft.
Die beiden Schlüsselelemente – die Siedlungsverbindung Rösslimatt und Chäppeliallmend – sind unabhängig vom Gesamtsystem Bypass Luzern. Sie sollen jedoch nach Möglichkeit zeitgleich und in Koordination zum Bypass Luzern realisiert werden.
Zudem sind sie wesentliche Elemente in Bezug auf das derzeit laufende Beschwerdeverfahren, mit dem sich die Stadt Kriens für eine Aufwertung des Stadtraums rund um die Autobahn A2 einsetzt. Die Stadt Kriens hat sich daher verpflichtet, nach Zustimmung durch die beiden Parlamente ihre Beschwerde zum Gesamtsystem Bypass Luzern zurückzuziehen.
Volksabstimmungen in der Stadt Kriens und im Kanton Luzern
Für den städtischen und kantonalen Finanzierungsbeitrag sind Volksabstimmungen erforderlich.
Diese sollen, nach der Behandlung der Vorlagen in den jeweiligen Parlamenten, im Herbst 2026 stattfinden. Die städtische Abstimmung ist im September vorgesehen, die kantonale im November.
Die weiteren Planungsschritte für die Siedlungsverbindungen dürften rund zehn Jahre dauern. Die Gesamtbauzeit der Verlängerung des Tunnels Schlund sowie der Überdeckung Arsenal wird nach aktuellem Wissensstand auf vier Jahre geschätzt und soll möglichst gleichzeitig zum Gesamtsystem Bypass Luzern erfolgen.






