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Kanton Luzern: Neues Schuljahr bringt Reformen und neue Software

Staatskanzlei Kanton Luzern
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Im Kanton Luzern starten rund 45'200 Schülerinnen und Schüler ins Schuljahr 2026/27 – mit Neuerungen von der Volksschule bis zu den Hochschulen.

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Kanton Luzern: Das KV Dreilinden Schulhaus in der Stadt Luzern (Symbolbild) - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Der Kanton Luzern startet mit wichtigen Neuerungen ins Schuljahr 2026/27. Mit Entwicklungen auf allen Bildungsstufen sowie dem Start der Pilotphase bei der Schuladministrationssoftware «StabiLU» werden zentrale Bildungsprojekte weiter vorangetrieben. Bildungs- und Kulturdirektor Dr. Armin Hartmann stellte die Neuerungen heute vor.

Im Schuljahr 2026/27 besuchen im Kanton Luzern rund 45'200 Schülerinnen und Schülern die Volksschule, zirka 6`400 Lernende das Gymnasium und rund 4`900 Jugendliche starten in die Berufsausbildung.

Auch dieses Jahr treten mit dem Schulstart auf allen Bildungsstufen sowie im Kulturbereich verschiedene Neuerungen und Weiterentwicklungen in Kraft. «Wir entwickeln unsere Bildungs- und Kulturlandschaft kontinuierlich weiter, gemeinsam mit den Schulen, Gemeinden und weiteren Partnern. So schaffen wir gute Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen und Lehren», sagt Bildungs- und Kulturdirektor Dr. Armin Hartmann.

Volksschule: Lehrpersonen stärken und Schulen weiterentwickeln Mit dem Programm «Schulen für alle» entwickelt der Kanton Luzern die Volksschule seit 2023 konsequent weiter. Im Fokus stehen in diesem Schuljahr der Umgang mit herausforderndem Verhalten, die Integrative Begabungs- und Begabtenförderung sowie die Förderung der Lesekompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Für die Umsetzung nutzen die Schulen die obligatorischen Bausteine von «Schulen für alle».

Für die Umsetzung der Fachkarrieren, welche zu den Massnahmen zur Attraktivierung des Lehrberufs gehören, stehen den Schulen schon jetzt Bausteine zur Umsetzung zur Verfügung und weitere folgen in diesem Jahr. Erfahrene Lehrpersonen können sich in den Bereichen Coaching, Verhalten, Schule in der Digitalität sowie Begabungsförderung mittels eines CAS spezialisieren und danach zusätzliche Verantwortung innerhalb ihrer Schulen übernehmen.

Weiter will der Kanton Luzern die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus stärken. Er plant dafür in der Dienststelle Volksschulbildung DVS eine kantonale Koordinationsstelle für Elternbildung sowie zusätzliche, niederschwellige Bildungsangebote für Eltern. Damit trägt der Kanton Luzern den wachsenden Herausforderungen im Verhalten von Kindern und Jugendlichen sowie den zunehmenden Belastungen von Familien Rechnung.

Über die Koordinationsstelle wird in den kommenden Wochen genauer informiert.

Gymnasialbildung: Reformen und Digitalisierung schreiten voran Die kantonale Umsetzung der nationalen Gymnasialreform WEGM wird im neuen Schuljahr weiter vorangetrieben. Die Talentklassen beginnen im Sommer 2027, alle übrigen Klassen starten nach dem neuen Reglement im Sommer 2028.

Nach der Vernehmlassung bei den schulischen Fachschaften werden die kantonalen Lehrpläne für alle Grundlagen- und Schwerpunktfächer finalisiert und anschliessend dem Regierungsrat zur Genehmigung unterbreitet.

Ein zentrales Element der Reform ist die Einführung der Begleiteten Selbstlernzeit BSZ. Die BSZ ist ein Unterrichtssetting, in dem die Schülerinnen und Schüler selbstständig an Arbeitsaufträgen arbeiten und dabei von Fachlehrpersonen in ihrem Lernprozess begleitet und unterstützt werden. Pro Klassenstufe sind mindestens drei Lektionen BSZ vorgesehen.

In diesem Schuljahr sammeln erste Kantonsschulen im Sinne eines Pilots Erfahrungen mit BSZ.

Parallel dazu wird das Qualitätsmanagement an Gymnasien neu ausgerichtet. Ein neues kantonales Rahmenkonzept schafft die Grundlage dafür, das Qualitätsmanagement noch enger mit der Unterrichts- und Schulentwicklung zu verknüpfen und in der pädagogischen Praxis zu verankern.

Ein weiterer Schwerpunkt der Schulentwicklung an den Gymnasien ist das Lehren und Lernen in der Digitalität. Der Kanton fördert die schulübergreifende Weiterentwicklung dieses Bereichs gemeinsam mit den Gymnasien. Schülerinnen und Schüler sollen fachliche, überfachliche und digitale Kompetenzen entwickeln, um sich in einer digital geprägten Welt selbstständig, verantwortungsvoll und kritisch bewegen zu können.

Berufsbildung: Erfolgreiche Bildungswege sichern

Der Kanton Luzern verfolgt weiterhin das Ziel, dass 98 Prozent der 25-Jährigen einen Abschluss auf Sekundarstufe II erreichen. Im Zentrum stehen Massnahmen, die Jugendliche beim Einstieg in eine passende Ausbildung begleiten, Lehrabbrüche vermeiden und sie auf dem Weg zum erfolgreichen Lehrabschluss unterstützen. Dazu entwickelt die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung DBW den Berufswahlprozess weiter und baut die Unterstützungsangebote für Lernende und Lehrbetriebe aus.

Berufsbildnerinnen und Berufsbildner profitieren ab diesem Schuljahr von neuen, praxisnahen Weiterbildungsangeboten am Weiterbildungszentrum Kanton Luzern WBZ. Zudem gibt es die neue Veranstaltungsreihe «Praxisimpuls Berufsbildende – mehr als ausbilden», mit welcher der Kanton Luzern Lehrbetriebe dabei unterstützt, Lernende gezielt zu begleiten und ihre Rolle in der betrieblichen Ausbildung wirkungsvoll wahrzunehmen.

Gleichzeitig wird die Umsetzung der nationalen Reformen für den allgemeinbildenden Unterricht ABU 2030 und Berufsmaturität BM 2030 an den Berufsfachschulen planmässig weitergeführt und ein zeitgemässer und zukunftsorientierter Unterricht an den Berufsfachschulen geschaffen. Ein wichtiger Meilenstein ist der regionale Schullehrplan ABU, der in enger Zusammenarbeit mit den Zentralschweizer Kantonen erarbeitet und vom Kanton Luzern sowohl regional als auch national massgeblich mitentwickelt wurde (Mitteilung vom 07.08.2026).

Hochschulen: Campus Horw im Fokus

Für den geplanten Campus Horw hat der Regierungsrat dem Kantonsrat für die Ausstattung der Pädagogischen Hochschule PH Luzern kurz vor den Sommerferien einen Sonderkredit von 20 Millionen Franken beantragt (Mitteilung vom 16.06.2026). Der Kantonsrat wird die Botschaft an der Septembersession beraten. Weiter steht im neuen Studienjahr die Erarbeitung des Leistungsauftrags 2028-2031 der Hochschule Luzern an und an der Universität schreiten der Aufbau der beiden neuen Fakultäten sowie die letzten Besetzungen der Professuren für das «Zug Institute for Blockchain Research» ZIBR voran.

Kultur: Gesuchsportal für neue Strukturförderung eröffnet

Kulturinstitutionen mit überregionaler Ausstrahlung können sich ab sofort auf die neue Strukturförderung des Kantons Luzern vorbereiten. Seit dem 1. August stehen auf dem digitalen Gesuchsportal sämtliche Informationen zur Verfügung und Gesuche für Förderbeiträge ab dem 1. Januar 2027 können eingereicht werden. Mit der neuen Strukturförderung schafft der Kanton verlässliche und langfristige Rahmenbedingungen für mittelgrosse Kulturbetriebe (Mitteilung vom 29.06.2026).

Sarah Wirth leitet seit 1. August die neu geschaffene Geschäftsstelle Strukturförderung mittelgrosse Kulturbetriebe (Mitteilung vom 01.07.2026).

Bildungsstufenübergreifendes Augenmerk auf die psychische Gesundheit Die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bleibt im Kanton Luzern ein wichtiges Thema. Deshalb stärken alle Bildungsstufen ihre Präventions-, Beratungs- und Unterstützungsangebote.

An der Volksschule werden bewährte und nachgefragte Programme (z.B. Mindmatters, Momento und Gorilla-Schulen) zur Förderung der psychischen Gesundheit und der sozialen Kompetenzen langfristig weitergeführt und ausgebaut.

An den Gymnasien und in der Berufsbildung wird das Angebot der Fachstelle Psychologische Beratung FPB weiter ausgebaut. Die Fachstelle bietet Lernenden eine kostenlose und vertrauliche Beratung direkt an den Schulen und unterstützt Lehrpersonen sowie Schulleitungen bei psychosozialen Fragestellungen und in Krisensituationen.

Auch die Pädagogische Hochschule, die Universität Luzern sowie die Hochschule Luzern investieren in die psychische Gesundheit ihrer Studierenden und Mitarbeitenden. Im Zentrum stehen niederschwellige Beratungsangebote sowie Massnahmen zur Stärkung der psychischen Gesundheit und der Resilienz. Damit verfolgt der Kanton Luzern auf allen Bildungsstufen das Ziel, psychische Belastungen frühzeitig zu erkennen und Betroffene wirksam zu unterstützen.

Projekt «StabiLU»: Pilotphase in ausgewählten Gemeinden gestartet Pünktlich zum Schuljahresbeginn ist in den Gemeinden Ermensee, Buchrain und Hitzkirch sowie am Heilpädagogischen Zentrum HPZ Hohenrain das Go-Live für die Pilotphase zur Einführung einer einheitlichen Schuladministrationssoftware erfolgt. Damit können die Gemeindeschulen sowie das HPZ ihre Schuladministrationstätigkeiten bereits produktiv mit der Software von CM Informatik AG CMI ausführen. Während der Pilotphase werden die Gemeinden sowie das HPZ eng durch das kantonale Projektteam sowie den Software-Lieferanten CMI unterstützt.

Rückmeldungen werden laufend in den Prototypen der CMI-Software eingebunden.

Nach dem positiven Abschluss der Pilotphase startet ab der zweiten Hälfte 2027 die flächendeckende Ausrollung der Schuladministrationssoftware (an Regelschulen und Tagesstrukturen). Gleichzeitig beginnt auch die Einführung der Software an den Musikschulen.

Die Einführung der Administrationssoftware an allen Luzerner Volks-, Sonder- und Musikschulen sowie in den Tagesstrukturen ist weiterhin bis Ende 2028 geplant. «StabiLU» schafft eine gemeinsame Lösung, welche Verwaltungsaufgaben für Schulen vereinfacht, Arbeitsprozesse effizienter und digital gestaltet und die Zusammenarbeit der beteiligten Akteurinnen und Akteure erleichtert.

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