Komitee «Der Luzerner Weg» lehnt Fan-Gewalt-Initiative ab

Für wirksame Lösungen statt Scheinsicherheit: Das überparteiliche Komitee «Der Luzerner Weg» sagt Nein zur Fan-Gewalt-Initiative und Ja zum Gegenentwurf.

Am 27. September 2026 entscheiden die Luzerner Stimmberechtigten über die Volksinitiative der Mitte «Gegen Fan-Gewalt» und den Gegenentwurf von Regierungs- und Kantonsrat.
Das überparteiliche Komitee «Der Luzerner Weg» aus FDP, GLP, Grünen, SP und SVP empfiehlt ein Nein zur Initiative, ein Ja zum Gegenentwurf und in der Stichfrage den Gegenentwurf.
Dieser stärkt den bewährten Luzerner Weg aus Prävention, Zusammenarbeit, gezielten polizeilichen Massnahmen und verbindlicher Klubverantwortung.
Wider pauschale Sanktionen
Sport verbindet – auch im Kanton Luzern. Gewalt rund um Sportveranstaltungen ist nicht akzeptabel. Entscheidend ist, welche Massnahmen tatsächlich für mehr Sicherheit sorgen.
Der Luzerner Weg verbindet Prävention, Fanarbeit, Dialog, verbindliche Klubverantwortung und gezielte polizeiliche Massnahmen. Der Gegenentwurf verankert diese Zusammenarbeit im Polizeigesetz und entwickelt sie weiter.
«Ich will sichere und friedliche Fussballspiele», betont Rahel Estermann, Kantonsrätin der Grünen. «Dafür brauchen wir Massnahmen, die tatsächlich wirken – und keine pauschalen Sanktionen, die auch friedliche Fans treffen.»
Der Luzerner Weg zeigt Wirkung
Luzern setzt bereits heute auf Prävention, Fanarbeit, Dialog und gezielte polizeiliche Massnahmen. Dazu gehören die Kluballianz, der Runde Tisch Fussball, das Spotterwesen und die Fanarbeit.
Die Zuschauerzahlen bei FCL-Heimspielen stiegen von rund 190’000 Eintritten in der Saison 2021/2022 auf rund 240’000 in der Saison 2023/2024. Gleichzeitig wurde in der Saison 2024/2025 in Luzern nur ein sogenannt rotes Spiel mit besonders schweren gewalttätigen Ereignissen verzeichnet – der tiefste Wert der letzten Jahre. Auch die polizeilichen Einsatzstunden gingen 2023 und 2024 zurück.
Für Mike Hauser, FDP-Kantonsrat und ehemaliger FCL-Präsident, bestätigt diese Entwicklung den eingeschlagenen Kurs: «Prävention, Dialog und Zusammenarbeit schaffen Sicherheit. Diesen erfolgreichen Weg wollen wir weiter stärken, statt auf pauschale Massnahmen zu setzen.» Der Gegenentwurf stärkt diesen Ansatz und macht zentrale Elemente verbindlich.
Klubs übernehmen Verantwortung
Auch die Klubs werden stärker in die Pflicht genommen. Für Urs Dickerhof, ehemaliger SVP-Kantonsrat und ehemaliger Präsident der IG Sport, liegt darin ein entscheidender Punkt: «Wer Sicherheit will, muss Verantwortung klar zuordnen.»
Der FC Luzern beteiligt sich bereits heute massgeblich an den Sicherheitskosten und engagiert sich in der Fanarbeit sowie in der Kluballianz.
Der Gegenentwurf baut darauf auf: Veranstalter müssen sich mit Behörden und den beteiligten Organisationen des Gastklubs koordinieren, Präventionsmassnahmen umsetzen, Konzepte für die sichere An- und Rückreise der Gästefans erarbeiten und die erforderlichen sowie zumutbaren baulichen Sicherheitsmassnahmen treffen.
Zudem wird die Videoüberwachung des Publikumsbereichs verbindlich geregelt. Damit baut der Gegenentwurf auf dem auf, was der FCL schon heute leistet.
Gezielt gegen Gewalt statt pauschal gegen alle
Der Gegenentwurf sieht für Spiele mit erhöhtem Sicherheitsrisiko Einzelbewilligungen vor. So können im konkreten Fall zusätzliche Auflagen verfügt und Fanmärsche sowie der Stadioneinlass gezielt videoüberwacht werden. Damit kann konsequent gehandelt werden, wenn Risiken bestehen, ohne sämtliche Fans pauschal zu kontrollieren.
Auch Luzerner Amateurklubs könnten von den starren Vorgaben der Initiative betroffen sein: Empfängt ein Verein wie der FC Schötz, der FC Gunzwil, der FC Littau oder der FC Perlen-Buchrain den FCL in einem Cupspiel, könnten die obligatorischen Identitätskontrollen erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwand verursachen.
Der Gegenentwurf lässt stattdessen die Polizei beurteilen, welche zusätzlichen Massnahmen im konkreten Fall notwendig sind.
«Gewalt darf nicht toleriert werden», so André Renggli, SP-Kantonsrat. «Aber flächendeckende Kontrollen für alle sind kein guter Ersatz für gezielte Massnahmen, die tatsächlich etwas bringen.»
ID-Kontrollen: teuer, aufwendig und ohne gezielte Wirkung
Obligatorische Identitätskontrollen bei jedem betroffenen Spiel verursachen hohe Kosten, zusätzlichen Personalaufwand und längere Wartezeiten für Klubs und Fans.
Für die Sicherheit ist ihr Nutzen begrenzt: Ohne eine verlässliche Zuordnung von Personen zu Sitzplätzen oder konkreten Vorfällen lässt sich aus der Kontrolle nicht ableiten, wer sich wann wo aufgehalten hat. Hinzu kommt: Der Grossteil der gewaltsamen Vorfälle ereignet sich nicht im Stadion, sondern bei der An- und Rückreise.
Genau dort setzt der Gegenentwurf an – mit verbindlichen Reisekonzepten, Vorgaben für Fanmärsche und gezielten Massnahmen bei Spielen mit erhöhtem Risiko.
«Sicherheit muss wirksam sein», hält Judith Meyer, GLP-Kantonsrätin, fest. «Obligatorische Identitätskontrollen für alle verursachen grossen Aufwand, ohne einen entsprechenden Mehrwert zu schaffen.»
Breit abgestützt für den Luzerner Weg
Der Gegenentwurf wurde im Kantonsrat mit 112 zu 0 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen.
Er wird von einem überparteilichen Komitee aus FDP, GLP, Grünen, SP und SVP unterstützt. Diese breite Unterstützung zeigt: Der Luzerner Weg verbindet unterschiedliche politische Perspektiven mit einem gemeinsamen Ziel – mehr Sicherheit durch wirksame und verhältnismässige Massnahmen.
Das Komitee «Der Luzerner Weg» empfiehlt deshalb am 27. September 2026: Nein zur Volksinitiative «Gegen Fan-Gewalt», Ja zum Gegenentwurf und in der Stichfrage den Gegenentwurf.





