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Luzern: Drei von vier erwarten mehr als 60 Prozent Rente

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Drei von vier Befragten halten im Alter mehr als 60 Prozent des letzten Lohns für nötig. Das zeigt eine neue Studie der Hochschule Luzern vom 8. September 2026.

Luzern
Die Gemeindeverwaltung, das Stadthaus und das Steueramt der Stadt Luzern (Symbolbild) - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Die 1. und 2. Säule der Altersvorsorge sollen zusammen 60 Prozent des einstigen Einkommens decken. Die Mehrheit der aktiv Versicherten erachtet jedoch eine höhere Ersatzquote als erforderlich, um den gewohnten Lebensstandard im Alter aufrechterhalten zu können. Eine Kombination aus Kapital und Rente ist die bevorzugte Form bei Renteneintritt.

Zudem begrüsst eine Mehrheit ein Angebot verschiedener Rentenmodelle durch ihre Vorsorgeeinrichtung. Das zeigt eine neue Studie der Hochschule Luzern.

Wie viel braucht man zum Leben im Alter? Bereits zum sechsten Mal untersuchte die Hochschule Luzern mit dem VorsorgeDIALOG das Finanz- und Vorsorgewissen der Schweizer Erwerbsbevölkerung. Das diesjährige Fokusthema widmete sich den Erwartungen der aktiv Versicherten an die Altersvorsorge.

Im Mittelpunkt standen die aus der Sicht der Versicherten erforderliche Höhe der Altersleistungen, die bevorzugte Bezugsform des Alterskapitals sowie die Einschätzung und Beurteilung unterschiedlicher Rentenmodelle.

Eine Ersatzquote von 60 Prozent genügt den meisten nicht

Die AHV (1. Säule) soll zusammen mit der beruflichen Vorsorge (2. Säule) den Versicherten die Fortsetzung ihres gewohnten Lebensstandards im Alter in angemessener Weise ermöglichen. Als sozialpolitische Zielgrösse wird dabei eine Ersatzquote von rund 60 Prozent des letzten Erwerbseinkommens angestrebt. Die Erwartungen der aktiv Versicherten liegen jedoch darüber: Drei von vier Befragten erachten eine Ersatzquote von mehr als 60 Prozent als erforderlich, um sich im Alter finanziell gleich gut abgesichert zu fühlen wie heute.

«Jede dritte befragte Person sieht sogar einen Wert von über 80 Prozent als notwendig, um den heutigen Lebensstandard halten zu können», sagt Studienleiterin Prof. Dr. Yvonne Seiler Zimmermann. Lediglich 15 Prozent erachten eine Ersatzquote von 60 Prozent oder weniger als ausreichend.

Mehr verschiedene Rentenmodelle gewünscht

Bei der bevorzugten Bezugsform des Alterskapitals zeigt sich, dass sich die Hälfte der Befragten aus ihrer heutigen Sicht für eine Kombination aus Kapital und Rente entscheiden würden. Ein ausschliesslicher Rentenbezug wird häufiger bevorzugt als ein reiner Kapitalbezug. Je nach präferierter Bezugsform stehen unterschiedliche Motive im Vordergrund.

«Neben dem Bedürfnis nach einem sicheren Einkommen spielen insbesondere die Höhe des angesparten Alterskapitals, die finanzielle Flexibilität und die persönliche Lebenserwartung eine Rolle», sagt Seiler Zimmermann.

Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Beliebtheit des Kapitalbezugs und des Wunsches nach finanzieller Flexibilität stellt sich die Frage, ob unterschiedliche Rentenmodelle den individuellen Bedürfnissen der Versicherten Rechnung tragen und damit den Rentenbezug attraktiver gestalten. Das Interesse an zusätzlichen Wahlmöglichkeiten ist gross: Über 80 Prozent der Befragten fänden es grundsätzlich positiv, wenn ihre Vorsorgeeinrichtung verschiedene Rentenmodelle anbieten würde.

Die Attraktivität einzelner Rentenmodelle hängt jedoch von deren konkreter Ausgestaltung ab. «Besonders positiv schneiden Modelle mit Wahlmöglichkeiten bezüglich der Rentenhöhe ab», so die Studienleiterin Seiler Zimmermann. «60 Prozent der Befragten geben an, dass solche Rentenmodelle ihre Bereitschaft erhöhen würde, das Vorsorgeguthaben als Altersrente statt als Kapital zu beziehen. Unter den Personen, die eine Kombination aus Kapital und Rente bevorzugen, beträgt dieser Anteil sogar über 70 Prozent.»

Mehr Wahlmöglichkeiten treffen auf Wissenslücken

Mehr Flexibilität und individuelle Wahlmöglichkeiten gehen mit einer grösseren Eigenverantwortung einher. «Unterschiedliche Bezugsformen und Rentenmodelle erweitern den individuellen Handlungsspielraum, verlangen aber auch, dass die Versicherten die langfristigen finanziellen Konsequenzen daraus einschätzen und auf die eigene Vorsorgesituation übertragen können», sagt Seiler Zimmermann. Gerade hier bestünden weiterhin Herausforderungen.

«Zwar hat sich das Finanz- und Vorsorgewissen gegenüber dem Vorjahr verbessert, aber das Vorsorgewissen bleibt deutlich hinter dem Finanzwissen zurück.» Wissenslücken bestehen insbesondere bei der persönlichen Altersvorsorge. Hinzu kommt, dass sich viele Versicherte ihrer eigenen Wissenslücken nicht bewusst sind und ein erheblicher Teil den eigenen Vorsorgeausweis nicht ausreichend versteht.

Damit zeigt sich ein Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach individuellen Wahlmöglichkeiten und den Voraussetzungen, diese hinsichtlich der eigenen Vorsorge eigenverantwortlich nutzen zu können. Mehr Flexibilität in der Altersvorsorge erhöht den Bedarf an verständlichen Informationen, Bildungsangeboten und Beratung, damit Versicherte die Konsequenzen ihrer Entscheidungen beurteilen und ihre Vorsorgeentscheide auf einer fundierten Grundlage treffen können.

VorsorgeDIALOG 2026

Das Institut für Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule Luzern untersucht jährlich den aktuellen Wissensstand der Schweizer Bevölkerung rund um Finanzen und Altersvorsorge. Die Analysen basieren auf einer schweizweit repräsentativen Umfrage unter 1'258 berufstätigen Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren im Angestelltenverhältnis. Die Studie wurde unterstützt von PensExpert AG, PKG Pensionskasse und Rothschild & Co Wealth Management.

Kommentare

User #1447 (nicht angemeldet)

60%? Dann kannst du bereits heute Sozialhilfe beantragen!

User #2962 (nicht angemeldet)

Die Rente muss 90% vom Lohn sein.! Direkte und indirekte Kosten müssen finanziert werden..!!.! Eigentlich klar....!!!

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