Zukunft des Bahnhofgebiets Seewen kommt vors Volk

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Schwyz,

Am 8. März 2026 stimmt Schwyz über die Erschliessungswerke ESP Seewen ab. Das 66-Millionen-Projekt umfasst Bushof, Kreisel und neue Verkehrsachsen.

Stadt Brunnen vor dem Rathaus der Gemeinde Schwyz.
Stadt Brunnen vor dem Rathaus der Gemeinde Schwyz. - Nau.ch / Simone Imhof

Wie die Gemeinde Schwyz informiert, stehen die Erschliessungswerke ESP Seewen im direkten Zusammenhang mit der bisherigen Entwicklung des Zeughausareals und bilden die infrastrukturelle Grundlage für dessen Nutzung.

Da das Areal rechtskräftig eingezont ist, besteht für die Gemeinde eine gesetzliche Erschliessungspflicht. Das Projekt umfasst deshalb Massnahmen im gesamten Raum zwischen dem Bahnhof Seewen und der Muotabrücke und kommt neben dem Zeughausareal auch weiteren Arbeitsplatz-, Gewerbe- und Freizeitgebieten zugute.

Die Erschliessungswerke ESP Seewen umfassen im Kern zwei miteinander verknüpfte Entwicklungsprojekte im Bahnhofsgebiet.

Zwei Kernprojekte im Bahnhofsgebiet

Einerseits ist die Neugestaltung des Bushofs beim Bahnhof vorgesehen. Dieser soll künftig übersichtlicher, sicherer und moderner organisiert sein sowie die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes erfüllen.

Andererseits beinhaltet das Gesamtprojekt bauliche Massnahmen zur verkehrlichen Erschliessung des Zeughausareals von Norden her, womit dessen Anbindung an das bestehende Strassennetz sichergestellt werden soll.

Organisation in sieben Bausteinen

Die Umsetzung erfolgt in mehreren organisatorisch getrennten Teilprojekten, die entsprechend den jeweiligen Zuständigkeiten von unterschiedlichen Trägerschaften geplant und realisiert werden – von der Ausschreibung bis zur Bauausführung.

So liegt etwa der Ausbau der Bahnhofstrasse in der Verantwortung des Kantons Schwyz, während die SBB den Bereich des Freiverlads umsetzt.

Insgesamt gliedert sich das Gesamtvorhaben in sieben Teilprojekte: Bushof beim Bahnhof, Vorplatz Bahnhofsgebäude, Neugestaltung der Kantonsstrasse, Kreisel Schwyzerhof, Verlegung und Neugestaltung der Franzosenstrasse, Verlegung und Neubau SBB-Freiverlad sowie neue Personenunterführung Süd.

Teilprojekt Bushof beim Bahnhof

Der Bushof wird für den regulären Linienbetrieb sowie für Bahnersatzbusse dimensioniert. Alle Haltekanten werden gemäss Behindertengleichstellungsgesetz barrierefrei erstellt, was angesichts der begrenzten Platzverhältnisse zwischen Gleisen und Kantonsstrasse besondere Anforderungen stellt.

Vorgesehen sind sechs barrierefreie Haltekanten, davon eine für die Linie 507 vor dem Schwyzerhof. Für eine unabhängige An- und Wegfahrt wird der Kiosk zurückgebaut. Der Bushof wird überdacht; das Siegerprojekt aus dem Projektwettbewerb wurde vor Kurzem der Öffentlichkeit vorgestellt.

Teilprojekt Vorplatz Bahnhof

Die Fläche zwischen Schwyzerhof und erneuerter Bahnhofstrasse wird neu gestaltet und künftig dem Langsamverkehr vorbehalten. Zur Behebung des Veloparkplatz-Defizits ist ein überdachter Veloturm mit rund 100 bis maximal 120 Abstellplätzen vorgesehen.

Die 18 bestehenden Aussenparkplätze bleiben als «Kiss and Ride» für Kurzaufenthalte erhalten.

Der sanierungsbedürftige Abschnitt der Bahnhofstrasse zwischen Coop-Tankstelle und Einfahrt Franzosenstrasse wird erneuert und umgestaltet. Ziel ist ein reibungsloser Betrieb des Bushofs sowie mit dem Kreisel beim Schwyzerhof die nördliche Erschliessung des Zeughausareals.

Vorgesehen sind zudem Aufwertungen im Strassenraum, mehr Grünflächen und Verbesserungen für den Fussverkehr. Die Einfahrt von der Bahnhofstrasse in die alte Franzosenstrasse entfällt; dort entsteht eine Sackgasse.

Teilprojekt Kreisel Schwyzerhof

Der Kreisel ist zentral für die Funktionsfähigkeit des neuen Bushofs. Mit einem Durchmesser von 28 Metern wird er auch für Gelenkbusse und Sattelschlepper befahrbar sein.

Die Planung erfolgt so, dass keine Gebäude – auch nicht der Schwyzerhof – abgebrochen werden müssen und der Verkehrsfluss in alle Richtungen gewährleistet bleibt.

Teilprojekt Verlegung und Neubau SBB-Freiverlad

Der Freiverlad wird aus Platzgründen verlegt und neu gebaut; er ist wesentlich für die nördliche Erschliessung des Zeughausareals und die Anbindung an das Schuler-Areal.

Die Zu- und Wegfahrten erfolgen künftig über die Muotabrücke West. Vorgesehen sind zwei neue Gleise mit Umladezonen sowie eine rund 600 Meter lange Stützmauer, die zugleich Schutz- und Schallschutzfunktion übernimmt.

Ohne Verlegung wären zentrale Folgeprojekte – darunter Franzosenstrasse, Kreisel und Bahnhofvorplatz – nicht realisierbar.

Teilprojekt Neue Personenunterführung Süd

Zur Anbindung des künftigen Arbeitsplatzgebiets im Zeughausareal an die Perrons ist eine neue Personenunterführung auf Höhe der heutigen Vinothek Schuler geplant. Der Zugang erfolgt barrierefrei via Rampe und Treppe und führt unter der Franzosenstrasse zum Mittelperron sowie den Gleisen 2 und 3.

Der Bau ist aufgrund anspruchsvoller Bodenverhältnisse und des laufenden Bahnbetriebs komplex. Das Bundesamt für Verkehr verlangt vorgängig ein Plangenehmigungsverfahren mit Gesamtstudie zu den Personenflüssen am Bahnhof Seewen-Schwyz. Ergebnisse – und damit auch der Kostenteiler zwischen SBB und Gemeinde – stehen derzeit noch aus; die Kosten sind vorläufig vollständig in der Gemeinderechnung berücksichtigt.

66 Millionen Franken Gesamtkosten

Die Teilprojekte sind eng miteinander verknüpft und betreffen unterschiedliche Eigentumsverhältnisse. Im Zusammenhang mit der Verlegung des Freiverlads und der neuen Linienführung der Franzosenstrasse sind daher verschiedene Landgeschäfte erforderlich.

Dabei verschieben sich Flächen zwischen SBB, armasuisse, Kanton und Gemeinde Schwyz. Die Bruttokosten betragen 66 Millionen Franken.

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