Baar sagt klar Ja zur neuen Ortsplanung

Mit über 82 Prozent Zustimmung genehmigen die Stimmberechtigten Zonenplan und Bauordnung. Auch der Verzicht auf eine Mehrwertabgabe findet eine Mehrheit.

Wie die Gemeinde Baar berichtet, hat die Gemeinde einen wichtigen Meilenstein in der Ortsplanungsrevision erreicht. Am Sonntag, 14. Juni 2026, haben die Baarer Stimmberechtigten die revidierte Nutzungsplanung an der Urne gutgeheissen.
6641 Baarer befürworten die neue Bauordnung und den Zonenplan, 1407 Stimmberechtigte haben sich gegen die neuen Leitplanken für die künftige Entwicklung ausgesprochen. Der Ja-Stimmen-Anteil liegt damit bei 82,5 Prozent. Die Stimmbeteiligung beträgt 57 Prozent.
«Wir sind sehr erfreut, dass die neue Nutzungsplanung so deutlich angenommen worden ist», zieht Gemeinderat Zari Dzaferi Bilanz. «Es hat sich ausbezahlt, dass wir mit dem Begleit- und dem Reflexionsgremium breite Bevölkerungskreise während des gesamten Prozesses involviert haben.»
Breite Mitwirkung am Planungsprozess
Das Begleitgremium mit Vertreterinnen und Vertretern der Ortsparteien und von verschiedenen Interessengruppen hat die Ortsplanungsrevision an über 20 Sitzungen ausführlich beraten und ihre Inhalte wesentlich geprägt.
Das Reflexionsgremium wurde mehrmals einbezogen, um den Zwischenstand der Planungen zu spiegeln. Auch die Bevölkerung könnte einerseits in einer Online-Mitwirkung zu Beginn des Prozesses und andererseits während der öffentlichen Auflage direkt Einfluss nehmen.
«Dieser Einbezug ist aufwändig, lohnt sich jedoch», sagt der Bauvorstand. «Damit ist die zukünftige Entwicklung unserer Gemeinde breit abgestützt.» Mit dem neuen Zonenplan und der Bauordnung schafft die Gemeinde die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung.
Im Fokus stehen die Förderung von preisgünstigem Wohnraum, eine klimaangepasste Siedlungsentwicklung und die Sicherung von Flächen für öffentliche Aufgaben. Das Ortsbild, die Landschaft und Quartierqualitäten werden langfristig bewahrt.
Auf die Mehrwertabgabe wird verzichtet
Unbestritten war an der Urne auch die Teilrevision des Strassenreglements. Die Anpassungen sind aufgrund der neuen Bauordnung und des Zonenplans notwendig. Knapp 82,1 Prozent der Stimmbürger haben die Teilrevision gutgeheissen. 6572 Ja- stehen 1437 Nein-Stimmen gegenüber.
Während alle Ortsparteien ein Ja zum Zonenplan und zur Bauordnung sowie zur Teilrevision des Strassenreglements empfohlen haben, wichen die Meinungen bei der Mehrwertabgabe voneinander ab. Der Gemeinderat hat beantragt, auf die Einführung einer Mehrwertabgabe zu verzichten, da diese kaum zum Tragen kommen und das Bauen und somit die Mietpreise verteuern würde.
Nächste Schritte bis zur Genehmigung
Die Mitte, FDP und SVP unterstützten den Gemeinderat, SP, Alternative – die Grünen und die Grünliberalen empfahlen die Einführung einer Mehrwertabgabe. An der Urne setzte sich die Position des Gemeinderats durch
Dem Verzicht auf eine Mehrwertabgabe stimmten 5318 Stimmberechtigte zu, 2663 äusserten sich dagegen. Der Ja-Stimmen-Anteil beläuft sich auf 66,6 Prozent. «Für den Gemeinderat ist dieses Resultat eine Bestätigung seiner Politik», erklärt Zari Dzaferi.
Der neue Zonenplan, die Bauordnung und das Strassenreglement sind mit dem Ja an der Urne noch nicht unter Dach und Fach. Im Anschluss an die Festsetzung durch die Stimmbevölkerung im Rahmen der Urnenabstimmung folgt nun die zweite öffentliche Auflage während 20 Tagen.
Danach müssen die Planungsmittel vom Regierungsrat des Kantons Zug genehmigt werden. Erst danach sind sie rechtskräftig.





