Drama im Superfinal: Zug United scheitert im Penalty

Nau.ch Lokal
Nau.ch Lokal

Region Zug,

Trotz einer heroischen Aufholjagd vom 0:4 zum 4:4 verpasst Zug United den dritten Meistertitel in Serie. Rychenberg Winterthur gewinnt den Krimi mit 5:4.

Zug United
Zug United ist ein Schweizer Unihockeyverein aus der Stadt Zug. - Michael Peter Allenwinden/ Grafik Nau.ch

Wie Zug United mitteilt, scheitert das Team dramatisch. Sie machen ein 0:4 wett, verlieren aber im Penaltyschiessen gegen Rychenberg Winterthur. «Mit Vollgas zum Chübel», so begrüssten die Zuger-Fans, die mit drei Fancars angereist waren, mit einer schönen Choreo in der BCF Arena in Fribourg die Spieler von Zug United.

Es hätte der dritte Titelgewinn in der Meisterschaft nach den Jahren 2024 und 2025 werden sollen. Doch es blieb bei diesem Wunsch, denn Rychenberg Winterthur konnte den Superfinal vor knapp 8900 Zuschauenden für sich entscheiden. Sie gewannen ein dramatisches Endspiel mit 5:4 nach Penaltyschiessen.

Ideenloses und fehlerhaftes Zug

Der Qualifikations-Tabellensiebte aus der Eulachstadt erwies sich wie erwartet als harte Nuss. Rychenberg Winterthur, welches erstmals in einem Superfinal um die Meisterschaft stand, schaltete im Halbfinal überraschenderweise den Qualifikationssieger Wiler-Ersigen aus.

Und sie spielten dann auch keck auf, forderten den amtierenden Meister aus der Kolinstadt von Beginn weg. Und sie eröffneten das Skore schon früh und lagen durch Johan Larsson in Führung. Auf diesen Rückstand konnten die Zuger nicht reagieren, sie zeigten sich in der Folge zu fehlerhaft, verloren viele Bälle im Spielaufbau und.

Pomadig, ideen- und planlos war ihre Spielweise. Sie fanden kein probates Mittel gegen die defensiv kompakt stehende Abwehr der Zürcher. Mit einem Doppelschlag (24.) innert fünf (!) Sekunden sorgten sie für eine 3:0-Führung. Julian Egli und Noah Püntener profitieren bei ihren Treffern von Unkonzentriertheiten in der Vorwärtsbewegung von Zug United, welches jetzt völlig von der Rolle war.

Mit dem 4:0 (34.), erneut durch Püntener, schien das Spiel vorzeitig entschieden zu sein, denn die Mannschaft von Zugs Headcoach Theodor Jonsson machte an diesem Abend nicht den Anschein, noch etwas bewegen zu können.

Die unglaubliche Aufholjagd

Doch Zugs Miko Kailiala und Justus Kainulainen brachten kurz vor Ende der zweiten Drittelssirene (39.; 40.) mit ihren beiden Anschlusstreffern zum 4:2, notabene innert sieben (!) Sekunden, neue Hoffnung zurück.

Kurz zu Beginn des dritten Abschnitts konnte Robin Nilsberth (43.), der vierfache Weltmeister Schwedens, der übrigens seinen Rücktritt erklärte, das 4:3 erzielen. Und Doppeltorschütze Kainulainen (45.), der zum besten Spieler von Zug gewählt wurde, schockte mit dem 4:4 die Zürcher.

Der Ausgang der Partie stand nun auf Messers Schneide, Chancen auf beiden Seiten waren zu verzeichnen. Doch Tore gab es keine, sowohl Zugs Keeper Nils Schälin wie auch sein Gegenüber Eric Kunz, welche stark das ganze Spiel hindurch stark spielten, retteten ihre Teams mit starken Paraden in die zehnminütige Verlängerung.

Penaltyschiessen entscheidet Finalspiel

47 Sekunden vor Schluss dieser Overtime hatten die Zuger die ganze grosse Möglichkeit in Überzahl (Wechselfehler bei Rychenberg Winterthur) zu spielen, doch sie konnten keinen Profit aus dieser Situation schlagen. So musste das Penaltyschiessen entscheiden. Und in diesem behielten die Zürcher (Torschützen Levin Conrad und Tobias Studer) die besseren Nerven.

Bei Zug traf nur Johansson, während Kailila, Sjögren, Kainulainen und Nilsberth scheiterten. Punkt 20:06 krönte sich Rychenberg Winterthur erstmals in seiner Vereinsgeschichte zum Meister, während Zugs dritter Meistertitel in Serie in einem Albtraum endete.

Nicht das wahre Gesicht gezeigt

Zugs Captain Linus Arnold: «Wir haben heute nicht das gezeigt, was wir können. 30 Minuten Unihockey spielen genügen nicht. Dieser Gegner hätten wir heute schlagen müssen.» Auch bei Schälin sass der Frust tief: «Wir fanden lange Zeit nicht zu unserem Spiel, zeigten nicht unser wahres Gesicht. Wir haben uns selber geschlagen. Eine bittere Niederlage. Die schmerzvollste meiner Karriere.»

Als fairer Verlierer erwies sich Zugs Headcoach Jonsson: «Die ersten 30 Minuten waren wir nicht gut genug, danach übernehmen wir das Kommando und zeigen, zu was wir fähig sind. Eine starke Reaktion, die nicht belohnt wurde. Ich gratuliere Rychenberg Winterthur zum Titel, sie haben das gut gemacht.»

Mehr aus Zug

enten post
2 Interaktionen
Jööh in Cham
Zug
4 Interaktionen
Zug
Brand Baar
Wegen Batterien

Mehr aus Zentral

FC Luzern
3 Interaktionen
Exklusiv
Fläcke
Beromünster LU