Beatrice Egli als Teenie: Coiffeur-Kunden bewerteten ihren Körper

Während ihrer Ausbildung zur Coiffeuse war Beatrice Egli bereits in den Klatschheftli vertreten. Dauerthema bei den Kunden? Ihre Körperfigur.

Das Wichtigste in Kürze
- Beatrice Egli trat 2007 als Sängerin in die Öffentlichkeit.
- Parallel wurde sie im Coiffeursalon mit fiesen Kommentaren zu ihrer Figur konfrontiert.
- Sprüche wie «also so dick sind Sie jetzt gar nicht» musste sie sich täglich anhören.
Seit ihrem Sieg bei «Deutschland sucht den Superstar» 2013 ist Beatrice Egli nicht mehr von der grossen Bühne wegzudenken. Ihre ersten Schritte im Schlagerbusiness machte die Schwyzerin aber bereits Jahre zuvor.
2007 trat sie mit ESC-Urgestein Lys Assia (†2018) beim «Grand Prix der Volksmusik» erstmals vor die Fernsehkamera. Doch gesprochen wurde damals mehr über ihre Körperfigur statt über ihr Gesangstalent. Im «stern»-Interview spricht die 37-Jährige jetzt über die Herausforderungen, als junger Mensch in die Öffentlichkeit zu treten.

Egli erklärt: «Ich bin schon früh in Fernsehsendungen aufgetreten. Und habe dadurch bereits als Teenager erfahren müssen, dass über mich, über mein Erscheinungsbild, über meinen Körper geurteilt wird.»
Damals absolvierte Egli noch ihre Ausbildung zur Coiffeuse. Den Auftritt mit Lys Assia sieht sie rückblickend als Wendepunkt ihrer Karriere. «Es gibt diese ganz bestimmten Momente, die alles verändern, das war so einer. Für mich gibt es das Leben davor und das danach».
Beatrice Egli erinnert sich an Bodyshaming als Lernende
Heute steht der Schlagerstar über den Meinungen anderer: «Ich kann die äusseren Einflüsse nicht ändern, aber die Art und Weise, wie ich damit umgehe.» Doch einen selbstbewussten Umgang, gerade wenn es um Äusserlichkeiten geht, musste sich die Metzger-Tochter über die vielen Jahre aufbauen.
Ein Prozess, mit dem Beatrice Egli einst zu kämpfen hatte – selbst als Lernende im Coiffeursalon. Gesprächsthema bei ihren Kunden? War damals auch ihr Auftritt beim «Grand Prix der Volksmusik», wo sie den letzten Platz erreichte.
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Bereits 2019 sprach Egli im Sat.1-Talk «Dinner Party» über diese Zeit. «Das Thema Nummer eins war: Wir haben verloren, weil ich zu dick bin», erklärte sie damals.
Die Kommentare hörten auch im Alltag nicht auf. «Die Leute überlegen nicht», so die Sängerin rückblickend. Als Teenager verändere sich der Körper ohnehin ständig.
Dann kämen Sätze wie: «Also so dick sind Sie jetzt gar nicht.» Und das «jeden Tag fünfmal». Dass solche Bemerkungen Spuren hinterliessen, sei ihr zunächst gar nicht bewusst gewesen.
«Zu dick und zu unerfahren»
Selbst von Duettpartnerin Lys Assia musste Egli herbe Kritik einstecken.
Wie Egli 2024 in einem Podcast schilderte, habe die mittlerweile verstorbene ESC-Ikone verbittert auf das Debakel reagiert: «Danach wurde von der Dame gesagt, die sehr etabliert schon war, viele Erfahrungen hatte: Ich war halt einfach zu dick und zu unerfahren für diesen Contest.» Das habe Egli damals enttäuscht und verletzt.
Die Erinnerung an den gemeinsamen Auftritt löste bei der Schwyzerin gemischte Gefühle aus. Assia habe sie vor der Zusammenarbeit nicht gekannt. «Die war für mich eine alte Dame», konterte Egli rückblickend.
Auch in Sachen Musikgeschmack kamen die beiden Frauen nicht gerade auf einen Nenner: «Ich war da gerade einmal ein Teenie, hab natürlich auch Backstreet Boys und meine Schlagersachen gehört. Da war sie aber auch nicht mehr aktuell.»
Sängerin erklärt Show-Aus
Heute steht Beatrice Egli mit beiden Beinen im Leben und setzt ihre Entscheidungen überzeugt durch. So auch, wenn es um die Absetzung ihrer eigenen Schlagershow geht.
«Ich fand alles, was wir gemacht haben, grandios. Wir hatten tolle Quoten, es war eine meiner besten Shows und anschliessend habe ich gesagt: ‹Jetzt ist es, glaube ich, vorbei›», erklärt der Schlagerstar im aktuellen «stern»-Interview.

Anfang April erklärte die Sängerin, sich auf neue Projekte konzentrieren zu wollen. Für die «Beatrice Egli Show» bedeutet dies vorerst das Aus – auf eigenen Wunsch der Gastgeberin. Insgesamt acht Ausgaben flimmerten in den letzten vier Jahren über die Bildschirme.
Als Vorbild in Karrierefragen nennt sie ESC- und «Verstehen Sie Spass?»-Ikone Paola Felix (75). «Allein die Frage, wann der richtige Zeitpunkt ist, um aufzuhören. Paola hat das grossartig gemacht, auf dem höchsten Niveau hat sie selbst entschieden», sagt Egli.
Für Beatrice ist das eine Haltung, die sie sich zum Leitbild genommen hat: «Das ist absolut essentiell: Immer selbst zu entscheiden, seinen eigenen Weg zu gehen.»










