Bekam einen Duden: Bianca Sissing erlebte Rassismus als Miss Schweiz

Während ihrer Zeit als Miss Schweiz wurde Bianca Sissing mit rassistischen Bemerkungen konfrontiert. Heute nimmt sie in der Modelbranche mehr Diversität wahr.

Das Wichtigste in Kürze
- Bianca Sissing erinnert sich auch an weniger schöne Momente ihrer Zeit als Miss Schweiz.
- Aufgrund ihres Akzents schenkten ihr Fans bei Autogrammstunden damals sogar einen Duden.
- Auch über ihren unerfüllten Kinderwunsch spricht die 47-Jährige offen.
- Heute habe sie akzeptiert, dass sie kein eigenes Kind mehr bekommen werde.
Gerade noch begeisterte sie Heidi Klum (52) als Best-Ager-Model bei «GNTM». Ihre ersten Schritte auf dem Laufsteg machte Bianca Sissing (47) aber schon vor längerer Zeit. 2003 wurde die Luzernerin über Nacht zu einem nationalen Star. Die damals 24-Jährige holte sich den Miss-Schweiz-Titel und führte fortan ein Leben im Rampenlicht.
Für Sissing, die zuvor in Toronto (Kanada) ihr Psychologie-Studium abgeschlossen hatte, war es ein kompletter Neuanfang, auf den sie heute gerne zurückblickt. «Ich habe es super genossen. Und wollte aus der ganzen Zeit so viel rausholen wie nur möglich», verrät sie im Gespräch bei «Gredig direkt».
Ex-Miss bekam Duden in die Hand gedrückt
Dennoch sei sie anders wahrgenommen worden als andere Kandidatinnen, etwa wegen ihres kanadischen Akzents sowie ihrer Herkunft. Was heute vielerorts auf Social Media stattfindet, erlebte die Tochter eines Schweizers und einer Südafrikanerin im direkten Kontakt mit Menschen.

Sissing erinnert sich an unschöne Begegnungen: «Damals als Miss Schweiz habe ich rassistische Kommentare erhalten. Ich hatte Leute, die stundenlang in der Schlange gewartet haben auf ein Autogramm: Um mir nachher nur einen deutschen Duden zu geben, solche Sachen habe ich erlebt.»
«Der Stress, dünn zu sein, war sehr hoch»
Heute jedoch würde Diversität auf dem Laufsteg gefeiert. Eine Entwicklung, die sie in den letzten Jahren beobachtete und dazu veranlasste, nach jahrelanger Pause wieder als Model durchzustarten. Dieser Job habe ihr schon immer Freude bereitet, meint die heute 47-Jährige. Doch mit Anfang 30 wurde ihr der Druck von aussen zu gross.

Sissing wollte nicht mehr dem Idealbild eines Models genügen müssen. «Der Stress, dünn zu sein, war sehr hoch.» Gleichzeitig wuchs bei der Ex-Miss der Wunsch, eine eigene Familie zu gründen. Über ihren unerfüllten Kinderwunsch sprach Sissing bereits mehrfach in der Öffentlichkeit.
«Hatte wirklich schwierige Jahre gehabt»
Von ihrem damaligen Partner Primin Lötscher (48) wurde sie vertröstet, mit der Begründung, der richtige Zeitpunkt komme dann später mal. Doch er kam nie. Diesen Schmerz zu verarbeiten, beschreibt Sissing als «langen Prozess», der zunächst mit grossem Unverständnis verbunden war.

«Ich hatte wirklich schwierige [...] Jahre gehabt», offenbart die Luzernerin. Nebst viel Bewegung half ihr eine Schwimmnudel, die Emotionen zu verarbeiten. «Manchmal hab ich die genommen und hab damit einfach mein Bett geschlagen.» Wichtig ist es ihr, der Wut freien Lauf zu lassen, statt alles in sich hineinzufressen.
Als sie 40 war, ging die Ehe aufgrund von Unstimmigkeiten in der Familienplanung schliesslich in die Brüche. «Es war vielleicht für ihn nicht die richtige Beziehung, der richtige Moment, die richtige Frau für eine Familie. Und es war vielleicht auch für mich nicht der Richtige», resümiert sie heute.
Bianca Sissing erlitt zwei Fehlgeburten
Ihren Schmerz versucht sie jedoch in Optimismus umzuwandeln. Bianca Sissing ist überzeugt: «Es muss ein anderer Weg sein, meine mütterliche Liebe zeigen oder teilen zu können.» Heute lebt sie glücklich mit ihrem Partner Juan Carlos Russo (48) und dessen neunjährigem Sohn, um den sie sich auch kümmert.

Seit rund sechs Jahren sind die beiden ein Paar. Der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind erfüllte sich bisher nicht. Bereits am Anfang ihrer Beziehung wurde Sissing schwanger, erlitt im dritten Monat jedoch eine Fehlgeburt. Ein Jahr später verlor sie ihr Baby erneut.
«Habe akzeptiert, dass ich kein eigenes Kind haben werde»
Sissing versuchte verschiedene Wege, um ihre Fruchtbarkeit zu erhöhen. Nebst einer Ernährungsumstellung verzichtete sie gänzlich auf chemische und plastifizierte Produkte wie Nagellack oder Haarfärbemittel. Doch auch mit einer künstlichen Befruchtung wollte es nicht klappen.

Heute hat Bianca Sissing mit der Familienplanung abgeschlossen – aufgrund ihres Alters und der zunehmenden Schwierigkeit, schwanger zu werden. Entschieden sagt sie: «Ich bin jetzt 47 und habe das akzeptiert, dass ich kein eigenes Kind jetzt haben werde.»
Neue Model-Jobs in Aussicht
Karrieretechnisch hat die Ex-Miss auf die Erfolgsspur zurückgefunden. Bereits im vergangenen Jahr feierte Bianca Sissing ihr Comeback auf dem Laufsteg. Dank ihrer Teilnahme bei «GNTM» freut sie sich nun auf neue Engagements – auch über die Landesgrenzen hinaus.

Bald werde sie mit einer deutschen Model-Agentur zusammenarbeiten, worüber sie sich sehr freue. Auch Schauspielerei könne sie sich vorstellen. Sissing über ihre künftigen Pläne: «Es läuft in die richtige Richtung.»









