Luzerner Kantonsrat soll Gratisfahrten für Schulklassen prüfen

Der Kanton Luzern soll für Schulklassen zweimal pro Jahr die Kosten für die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr zu Exkursionen übernehmen. Der Kantonsrat hat am letzten Tag der Septembersession ein entsprechendes Postulat teilweise erheblich erklärt.

Der Vorstoss stammt von Sarah Bühler-Häfliger (SP). Sie argumentierte, Klassen aus abgelegenen Regionen würden wegen längerer und teurerer Anreisen solche ausserschulischen Lernorte weniger oft nutzen. Alle Kinder sollten «unabhängig von Bildung, Herkunft und Einkommen des Elternhauses» die gleichen Chancen auf kulturelle Bildung haben. Ausserschulische Lernorte würden Kinder «nachhaltiger prägen als ein Schulbuch», sagte die Schötzer Kantonsrätin am Montag. Der Vorstoss war von Mitgliedern aller Fraktionen unterzeichnet worden.
Der Regierungsrat beantragte die teilweise Erheblicherklärung des Postulats. Er betonte die Bedeutung von ausserschulischen Lernorten, wollte das Angebot aber einschränken. Es sollte nur für die 3. bis 9. Klasse gelten. Innerhalb der Gemeinde könnten solche Lernorte zu Fuss erreicht werden, sagte Regierungspräsident Armin Hartmann (SVP). Der Vorstoss zeige aber den Handlungsbedarf. «Er macht die Bildung chancengerechter».
Der Kantonsrat folgte der Regierung und hiess das Postulat mit 68 zu 39 Stimmen teilweise erheblich gut. Während sich die Sprechenden der Ratslinken und die Grünliberalen für eine volle Erheblichkeit starkmachten, unterstützten Mitte, FDP und SVP mehrheitlich den Antrag der Regierung.
Ein Ablehnungsantrag von Ruedi Amrein (FDP) erhielt lediglich 19 Stimmen.






