Uri will bei Vorsorgemassnahmen gegen Brustkrebs mitmachen

Keystone-SDA Regional
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Uri,

Der Kanton Uri soll sich an einem medizinischen Vorsorgeprogramm gegen Brustkrebs beteiligen. Der Landrat hat am Mittwoch einen entsprechenden Vorstoss von Noel Baumann (GLP) deutlich überwiesen.

Die Mammografie ist eine Methode zur Früherkennung von Brustkrebs. (Archivbild)
Die Mammografie ist eine Methode zur Früherkennung von Brustkrebs. (Archivbild) - Keystone/GAETAN BALLY

Dass Uri beim Brustkrebs über kein systematisches Früherkennungsprogramm verfüge, sei ein Fehler, bedauerte der Grünliberale aus Altdorf. Mit solchen Programmen komme es zu weniger komplizierten und schweren Krankheitsverläufen, schrieb Baumann in seinem Vorstoss. Beim Früherkennungsprogramm werden Frauen ab 50 Jahren alle zwei Jahre zur freiwilligen Mammografie eingeladen.

«Das Vorgehen stärkt die medizinische Vorsorge in unserem Kanton», sagte er. Zudem sei es «gesundheitsökonomisch interessanter» in die Prävention zu investieren, als später in «kostenintensivere Behandlungen». Die Motion wurde von Mitgliedern aus sämtlichen Fraktionen unterschrieben.

Es sei «wichtig und richtig», dass in Uri ein systematisches Brustkrebsscreening durchgeführt werde und der Zugang dafür niederschwellig möglich sei, sagte Oliver Gisler als Sprecher der Mitte. Das Programm sei sehr sinnvoll, da Kosten eingespart würden und Frauen vor psychischem Schmerz bewahrt blieben, sagte Claudia Brunner namens der SVP. Miriam Christen warb als SVP-Sprecherin für ein Ja und betonte, dass die Umsetzung «fair», methodisch sorgfältig und «ehrlich in der Kommunikation» erfolgen solle.

Mahnende Voten kamen von Luzia Gisler (GLP). Sie verwies auf Studien, die – «ohne ideologische Scheuklappen» – zeigten, dass die Brustkrebssterblichkeit mit und ohne Vorsorgeprogramm nahezu gleich sei. Sie bat, den Vorstoss kritisch zu prüfen, «bevor wir ein Programm einführen, das mehr verspricht, als es halten kann.»

Der Regierungsrat beantragte dem Landrat, die Motion erheblich zu erklären. Die Regierung werde die kritischen Voten «mitnehmen», erklärte Gesundheitsdirektor Christian Arnold (SVP). Ein Brustkrebsvorsorgeprogramm könne nur in Zusammenarbeit mit anderen Kantonen umgesetzt werden. Die Zentralschweizer Kantone stünden dazu «im Austausch», und die Regierung sei bereit, mögliche Kooperationsformen zu prüfen, hiess es im Parlamentsbericht.

In der Abstimmung fiel das Verdikt eindeutig aus: Der Landrat erklärte die Motion von Noel Baumann (GLP) bei 60 Ja-, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung für erheblich.

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