Zuger SVP-Kantonsrat Riboni: «Der Mythos vom Fachkräftemangel»

Michael Riboni
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Region Zug,

Der Zuger SVP-Kantonsrat Michael Riboni äussert sich im Gastbeitrag zur Nachhaltigkeits-Initiative.

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Michael Riboni ist Zuger SVP-Kantonsrat. - zVg

Das Argument ist allgegenwärtig: Die Schweiz sei auf immer mehr Zuwanderung angewiesen, da sonst Spitäler und Pflegeheime kollabieren und Baustellen stillstehen. Wer die Einwanderung begrenzen wolle, nehme mutwillig in Kauf, dass «Grossmutters Pflegebett» leer bleibt.

Doch so oft diese Behauptung wiederholt wird, so wenig hält sie einer sachlichen Prüfung stand. Offizielle Zahlen zeichnen ein anderes Bild: Zwischen 2022 und 2025 wanderten jährlich brutto rund 215’000 bis 224’000 Personen ein.

Dass diese Zahlen deutlich über der offiziellen Kommunikation des Staatssekretariats für Migration (SEM) liegen, liegt vor allem daran, dass Asylsuchende und Schutzbedürftige (Status S) dort oft gar nicht erst mitgezählt werden.

Pflegekraft
Michael Riboni: Laut SECO waren Ende März rund 13’000 Personen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen arbeitslos gemeldet. (Symbolbild) - dpa

Ein Blick auf die häufigsten Zuwanderungsberufe im Kanton Zürich – etwa Softwareentwickler, Reinigungskräfte, Kellner oder Finanzfachkräfte – entlarvt zudem den Mythos vom reinen Fachkräftemangel: Gemäss dem Fachkräftemangel-Index 2025 zählen ausgerechnet diese Branchen nicht zu den klassischen Mangelberufen.

Zwar arbeiten zweifellos viele ausländische Kräfte im Gesundheitswesen, doch dabei wird ein entscheidender Punkt ausgeblendet: Zuwanderung erhöht nicht nur das Arbeitsangebot, sondern befeuert gleichzeitig die Nachfrage nach Leistungen. Zuwanderer pflegen oft wiederum Zuwanderer.

So lag etwa der Ausländeranteil unter den stationären Covid-Patienten im Zuger Kantonsspital während der Pandemie bei rund 29 Prozent. Hinzu kommt: Laut SECO waren Ende März rund 13’000 Personen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen arbeitslos gemeldet.

Ist für dich die Vorstellung einer 10-Millionen-Schweiz beunruhigend?

Wenn selbst SRF titelt: «Arbeitslosigkeit steigt auch in der Pflege», wird klar: Das Problem liegt nicht an einem Mangel an Menschen, sondern an den Arbeitsbedingungen und Strukturen. Solange Unternehmen bequem im Ausland rekrutieren können, sinkt der Anreiz zur eigenen Ausbildung.

Es ist schlicht günstiger, Personal zu importieren, als in den heimischen Nachwuchs zu investieren. Das muss sich ändern: Die Schweiz muss wieder verstärkt auf Eigenverantwortung in der Ausbildung setzen, statt den Fachkräftemangel dauerhaft zu importieren.

Wer diese Fakten anspricht, ist kein Rassist, sondern benennt eine Realität, die sich klar in Arbeitsmarkt und Statistik spiegelt. Deshalb: Ja zur Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz».

Zum Autor

Michael Riboni ist zweifacher Familienvater und sitzt für die SVP seit 2014 im Zuger Kantonsrat. Er ist Vizepräsident der SVP Baar und Mitglied der Parteileitung der SVP Kanton Zug.

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