Obwalden

    Michelle Gisin: «Bin immer noch schnell – zu schnell»

    Pascal Moser
    Pascal Moser

    Obwalden,

    Nach 291 Weltcup-Rennen und drei Olympia-Medaillen ist Schluss: Michelle Gisin (32) hört auf. Was sie zu ihrem Entscheid bewegt hat, erklärt sie auf dem Titlis.

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    Michelle Gisin spricht über ihren Rücktritt. - SRF

    Das Wichtigste in Kürze

    • Michelle Gisin beendet ihre Karriere mit sofortiger Wirkung.
    • Dies, nachdem sie vergangenen Dezember im Training schwer gestürzt war.
    • Bei einer Pressekonferenz auf dem Titlis sagt sie: «Ich bin immer noch schnell.»

    Jetzt ist es amtlich: Michelle Gisin hängt die Skischuhe an den Nagel.

    Einen Monat vor ihrem 33. Geburtstag gibt die Engelbergerin den Rücktritt bekannt. Dieser hatte sich abgezeichnet: Im Dezember 2025 stürzte Gisin im Training schwer.

    Kannst du den Entscheid von Michelle Gisin nachvollziehen?

    Die niederschmetternde Diagnose: Kreuzbandriss sowie Verletzungen an Handgelenk, Schulter und Halswirbelsäule.

    Laut eigener Aussage entging sie nur knapp einer Querschnittlähmung…

    Michelle Gisin
    Michelle Gisin wird nach ihrem schweren Trainingssturz in St. Moritz mit dem Rega-Heli abtransportiert. - keystone

    Im Sommer sprach Gisin noch von drei Möglichkeiten: All-In für einen Start bei der Heim-WM, ein Comeback im Winter 2027/28 oder der Rücktritt. Nun hat sie sich für Letzteres entschieden, wie sie an einer Pressekonferenz auf dem Titlis publik macht.

    «Bin immer noch sehr schnell – zu schnell»

    «Als ich im September nach St. Moritz zurückgekehrt bin, verspürte ich sehr viel Dankbarkeit – für meine Gesundheit, aber in erster Linie auch für all die wunderschönen Momente, die ich während meiner langen Karriere erleben durfte», erklärt Gisin.

    Michelle Gisin
    Michelle Gisin beendet ihre Karriere. - keystone

    Weiter sagt sie an der Medienkonferenz auf über 3000 Meter: «Ich war schon einmal auf dem Schnee und war immer noch schnell – fast etwas zu schnell für meinen Gusto.»

    Gisin bald Vorfahrerin in Adelboden?

    Sie freue sich jetzt, künftig nur noch auf jenen Pisten zu fahren, die sie selber auswähle. «Und ich kann Luca endlich bei seinen Rennen begleiten.»

    Michelle Gisin
    Michelle Gisin und Luca De Aliprandini sind schon lange ein Paar – dieses Jahr folgte die Hochzeit. - keystone

    Am meisten freue sie sich auf das Renn-Wochenende am Chuenisbärgli. «Ich wollte in Adelboden eines Tages Vorfahren – aber ich glaube, das lassen wir. Das ist zu gefährlich», meint die Engelbergerin schmunzelnd.

    Über ein mögliches Comeback in den Weltcup sagt Gisin: «95 Prozent wären sicher möglich, aber bei den restlichen fünf war ich mir nicht so sicher. Es bräuchte jetzt noch so viel, um wieder zurückzukehren.»

    Mehr Olympia-Medaillen als Weltcup-Siege

    Michelle Gisin blickt auf eine äusserst erfolgreiche Laufbahn zurück. In 291 Weltcup-Rennen stand sie 22-mal auf dem Podest und feierte dabei zwei Siege.

    Michelle Gisin
    Michelle Gisin gewann in ihrer Karriere drei Olympia-Medaillen - keystone

    Neben zwei Olympia-Goldmedaillen in der Kombination holte die Obwaldnerin in Peking Bronze im Super-G. In St.Moritz 2017 gewann sie WM-Silber, vier Jahre später in Cortina war es Bronze.

    Kommentare

    User #3477 (nicht angemeldet)

    Sehr kluger Entscheid, denn die Gesundheit ist das wichtigste und kostbarste Gut im Leben! Danke Michelle Gysin für alle Magischen und Schönen Skimomente , welche Du den Skifans in deiner Karriere geschenkt hast! Wünsche Dir für die Zukunft alles Gute!

    User #6174 (nicht angemeldet)

    Ein "Wasserfall" weniger! War ja manchmal nicht zum Zuhören..

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