Wie Ex-Bachelor Janosch: So viele Ehen enden schon im ersten Jahr

Gerry Reinhardt
Gerry Reinhardt

Region Zug,

Der Fall Janosch Nietlispach zeigt: Manche Ehen halten nicht mal ein Jahr. Doch wie kommt es dazu – und ist das wirklich ungewöhnlich?

Janosch Nietlispach
«We tried... we failed...»: Ex-Bachelor Janosch Nietlispach gab das Ehe-Aus auf Instagram bekannt. - keystone/Instagram

Das Wichtigste in Kürze

  • Janosch Nietlispach und Alina trennten sich sechs Monate nach der Hochzeit.
  • 2024 endeten in der Schweiz 253 Ehen bereits im ersten Jahr – 1,6 Prozent.
  • Psychologe Dominik Schöbi sagt: Die ersten sieben Ehejahre sind die kritischsten.

Hochzeit im August, Trennung im Februar: Ex-Bachelor Janosch Nietlispach und seine Alina gehen sechs Monate nach der Hochzeit getrennte Wege.

Bereits seit Anfang Februar sei die Beziehung beendet. «Nicht aus einem Moment heraus, nicht leichtfertig, sondern nach langer Zeit des Nachdenkens und vielen ehrlichen Gesprächen», erklärte Janosch Nietlispach.

Zwei kleine Kinder, ein emotionaler Instagram-Post und viele Fragen. Doch wie aussergewöhnlich ist das wirklich?

Wenn aus Liebe Alltag wird

Laut Bundesamt für Statistik wurden in der Schweiz 2024 genau 16'123 Ehen geschieden. Davon endeten 253 bereits innerhalb des ersten Ehejahres – das entspricht 1,6 Prozent aller Scheidungen.

Seltener als man denkt. Doch der Blick auf die Ehedauer zeigt: Die kritische Phase beginnt danach.

Die mit Abstand grösste Gruppe bilden Ehen, die nach zehn bis 14 Jahren scheitern (3193 Fälle). Auch die Jahre vier bis neun sind statistisch besonders gefährdet.

Dominik Schöbi, Psychologieprofessor an der Universität Freiburg, relativiert den Fokus aufs erste Jahr. Nicht das erste Ehejahr sei besonders riskant, sondern die ersten fünf bis sieben Jahre. Mit der Heirat würden Verbindlichkeiten spürbar, derer man sich vorher oft nicht bewusst war.

Kinder als Zünder

Was den Druck aber noch stärker erhöhe als die Ehe selbst: Kinder. Viele Paare heirateten, wenn ein Kinderwunsch vorhanden oder ein Kind bereits unterwegs sei.

Der Sprung sei gewaltig: Von maximaler Freiheit Anfang 30 direkt in eine Situation, in der das Leben vollständig am Kind ausgerichtet sei.

Geben Paare heute zu schnell auf?

Die wenigsten seien darauf vorbereitet. «Man hat auf einmal eine Verantwortung für ein Kind und eine Familie», so Schöbi.

Schlafmangel, körperliche Veränderungen, weniger Zeit als Paar – all das komme gleichzeitig.

Die Hochzeit ist nicht das Problem

Die Ehe selbst spiele dabei eine untergeordnete Rolle, erklärt Schöbi. Entscheidender sei das Projekt Familie, das häufig damit verbunden ist.

Manche Paare verbinden mit der Hochzeit neue Erwartungen, nicht selten eine Rückkehr zu traditionellen Rollen. «Man findet sich dann auf einmal in einer Beziehung wieder, die man so nie gewählt hat.»

Fehlannahmen, die Paare in die Krise treiben

Dazu kämen typische Fehlerwartungen. Viele glaubten, eine funktionierende Beziehung laufe von alleine weiter. Konflikte würden als Zeichen gewertet, dass man nicht zusammenpasse, dabei seien sie normal.

Dominik Schöbi
Dominik Schöbi ist Psychologieprofessor an der Universität Freiburg. - Universität Freiburg

«Man hat nichts auf sicher. Eine Beziehung verändert sich immer, es braucht immer neue Anpassungen», sagt Schöbi.

Einige Paare seien nach Enttäuschungen so desillusioniert, dass sie den Glauben an die Beziehung verlieren. «Und einige haben schlichtweg zu wenig Durchhaltekraft, an sich zu glauben, bis diese Wege gefunden worden sind.»

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