Horw plant Zukunft der wachsenden Musikschule

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Kriens,

Ein Planungsbericht zeigt drei Szenarien für die Musikschule Horw. Der Gemeinderat hält moderates Wachstum für realistisch und prüft einen zentralen Standort.

Die Schulanlage von Horw.
Die Schulanlage von Horw. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Wie die Gemeinde Horw mitteilt, ist die Musikschule Horw in den letzten Jahren stark gewachsen: Die Zahl der sogenannten Fachbelegungen – also der Teilnahme von Schülerinnen oder Schülern an einer Einzel- oder Gruppenlektion – ist von 903 pro Woche im Jahr 2019 auf 1115 im Jahr 2023 gestiegen, was einer Zunahme von über 23 Prozent entspricht.

Der Platz wird dementsprechend knapp: Fakt ist, dass die rund 45 Musiklehrpersonen heute dezentral in verschiedenen Schulhäusern und gemeindeeigenen Liegenschaften in ganz Horw unterrichten. Die Städte Kriens und Luzern wie auch die Gemeinde Emmen hingegen verfügen jeweils über ein zentrales Musikschulzentrum.

Wie Horw in den kommenden zehn Jahren mit der wachsenden Schülerzahl in der Musikschule umgehen soll, wie viele Angebote dabei berücksichtigt werden können, wo der Unterricht stattfinden könnte und welche finanziellen Folgen all dies haben würde, zeigt der nun vorliegende Planungsbericht in drei Szenarien auf. Diese unterscheiden sich in den Annahmen, wie stark die Musikschule wachsen wird.

Ein Szenario ist wahrscheinlich

Als realistisch sieht der Gemeinderat das mittlere Szenario mit einem moderaten Wachstum. Darin wird bis 2037 mit einer Zunahme der Schülerzahl von 21 Prozent gerechnet – und damit, dass sich diese Zunahme direkt auf die Nachfrage nach den Angeboten der Musikschule niederschlägt.

Dies entspräche einer Zunahme von 201 Fachbelegungen pro Woche und fünf zusätzlichen Angeboten bei den Ensembles. Dafür würden insgesamt 34 Räume benötigt, was rund 900 Quadratmetern entspräche.

Der Bericht zeigt die Vorteile einer Bündelung dieser Flächen an möglichst einem Standort auf. Zudem weist er darauf hin, dass bei der heutigen Qualität und der Eignung der Räume Handlungsbedarf besteht, denn: Lediglich 16 der 27 Räume, welche die Musikschule derzeit nutzt, entsprechen gemäss dem Bericht den «qualitativen Anforderungen».

Wo es passen könnte – und wo nicht

Zurzeit fehlt der Gemeinde die Infrastruktur an einem zentralen Ort, die den Anforderungen der Musikschule gerecht werden könnte. Aber: Das Swisscom-Gebäude an der Schiltmatthalde 1 steht zum Verkauf.

Es liegt in der Zone für öffentliche Zwecke und entspricht mindestens teilweise den Ansprüchen der Musikschule. Der Gemeinderat hat eine externe Testplanung zur Umnutzung des Swisscom-Gebäudes in Auftrag geben, um beurteilen zu können, ob das Gebäude die erforderlichen Räume hergeben könnte.

Die Resultate werden voraussichtlich Ende Februar 2026 vorliegen. Nicht geeignet ist hingegen das bestehende Schulhaus Allmend.

Eine Analyse des Büros für Bauökonomie hat gezeigt, dass in diesem Gebäude mit den vielen tragenden Wänden das Raumprogramm nicht umsetzbar wäre. Eine zusätzliche Option wäre der Abriss des alten Allmendschulhauses und ein Neubau an diesem Ort.

Kosten sollen nachhaltig und tragbar sein

Die Betriebskosten der Musikschule werden sich im Jahr 2025 auf etwa 2,2 Millionen Franken, die Liegenschaftskosten auf 255’000 Franken belaufen. Der Kanton Luzern beteiligt sich mit einem Beitrag von etwa einer Million Franken am Angebot für Kinder und Jugendliche in der obligatorischen Schulzeit.

Je nach Ausgestaltung des Szenarios, ob dezentral oder zentral, Neubau oder Bestand, variieren die gesamten Liegenschaftskosten künftig zwischen 358'000 und maximal 463'000 Franken.

Den Vereinen fehlen die Bühnen

Einwohnerrätin Carla Hool (FDP) forderte im September 2025 in einem Postulat, dass auch die Musikvereine bei der zukünftigen Ausrichtung der Musikschule berücksichtigt werden. Die Abklärungen zeigen, dass die Vereine mit den Probemöglichkeiten mehrheitlich zufrieden sind, nicht aber mit den Lokalitäten für Auftritte.

Abhilfe schaffen würden die Neubauten auf dem Campus Horw: Hier sind unter anderem drei Aulen für 300 bis 400 Besuchende geplant. Diese werden voraussichtlich als Aufführungsorte für Vereine der Gemeinde Horw zur Verfügung stehen.

Damit könnte diesem Anliegen der Vereine Rechnung getragen werden. Der Bezug der Neubauten auf dem Campus ist auf 2031/2032 terminiert.

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