Energie-Strategie 2024: Erfolge sind bereits sichtbar

Luzern veröffentlicht erstmals die Umsetzung aller Massnahmen der Klima- und Energiestrategie 2024. Photovoltaik läuft gut, bei Treibhausgasen ist viel zu tun.

Wie die Stadt Luzern berichtet, veröffentlicht sie erstmals nicht nur die Zwischenbilanz zu Zielen der Klima- und Energiestrategie – neu wird auch über den Umsetzungsstand jeder einzelnen Massnahme berichtet.
Bezüglich Zielerreichung ist die Entwicklung bei den Photovoltaikanlagen erfreulich. Unter anderem bei den Treibhausgasemissionen sind noch erhebliche Anstrengungen nötig.
Mit Annahme der Klima- und Energiestrategie im Herbst 2022 hat sich die Stadtluzerner Stimmbevölkerung für eine Weiterführung und Intensivierung ihrer Klima- und Energiepolitik ausgesprochen.
Unter anderem sollen die energiebedingten Treibhausgasemissionen – also solche aus dem Verbrauch von Gas, Öl, Benzin, Diesel und Kerosin – bis 2040 auf null gesenkt werden. Spätestens ab 2045 soll zudem kein Atomstrom mehr bezogen werden. Gleichzeitig ist die Produktion von Solarstrom bis 2050 massiv auszubauen.
Zwischenstand bei den Zielen
In einer jährlich erstellten Klima- und Energiebilanz zeigt die Stadt jeweils auf, wo sie bei der Erreichung der strategischen Ziele steht. Die Resultate dieser Bilanz sind neu in detaillierter Form auf der Webseite veröffentlicht.
Gegenwärtig liegt die Bilanz für den Zeitraum 1990 bis 2024 vor. Im Vergleich zu den Vorjahren weisen die meisten Daten betreffend Zielerreichung geringe positive Veränderungen auf.
Gegenüber dem Vorjahr leicht positiv verändert hat sich etwa der Anteil Atomstrom. Das gleiche gilt für den sogenannten Primärenergieverbrauch. Damit ist die gesamte Energie gemeint, die Stadt und Bevölkerung brauchen – inklusive der Energie, die unterwegs bei Gewinnung, Transport und Umwandlung verloren geht.
Solarenergie nimmt Fahrt auf
Eine erfreuliche Beschleunigung zeigt sich auch beim Bau von Photovoltaikanlagen. Bis 2050 möchte die Stadt Luzern Anlagen mit einer Leistung von 180 Megawatt-Peak (MWp) installiert haben. 2024 wurden Anlagen mit insgesamt etwa 6 MWp neu in Betrieb genommen. Ende 2024 waren rund 25 MWp an Photovoltaikanlagen installiert. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, kann das Ziel bis 2050 erreicht werden.
Bei den Fahrzeugen ist das Ziel gemäss Klima- und Energiestrategie, dass bis 2040 alle in der Stadt zugelassenen Fahrzeuge vollelektrisch oder erneuerbar angetrieben sein sollen. Das bleibt ambitioniert: Zwar werden immer mehr Autos mit vollelektrischen oder hybriden Antriebssystemen zugelassen.
Trotzdem waren Fahrzeuge mit fossilen Benzin- oder Dieselmotoren 2024 mit einem Anteil von 85 Prozent noch deutlich am weitesten verbreitet.
Emissionen hinter Ziel zurück
Eine leicht negative Entwicklung zwischen 2023 und 2024 gab es bei den energiebedingten Treibhausgasemissionen. Das hängt damit zusammen, dass der Kerosinverbrauch aus dem Flugverkehr seit den Coronajahren 2021 und 2022 wieder zunimmt.
Dadurch wird die positive Entwicklung in anderen Bereichen, wie etwa dem Heizen und dem Strassenverkehr, überkompensiert. Aktuell liegt die Stadt bei den Treibhausgasemissionen deutlich hinter dem gesetzten Ziel.
Zwischenstand bei den Massnahmen
Die Klima- und Energiestrategie beinhaltet eine Reihe konkreter Massnahmen. Neu ist auf www.stadtluzern.ch/klimamassnahmen eine Übersicht ergänzt, die den Stand der Umsetzung jeder einzelnen Massnahme zeigt.
Die Massnahmen sind unterteilt in die Bereiche Wärme, Strom, Mobilität und Übrige und sollen bis 2030 umgesetzt werden (für die Zielerreichung bis 2040 und 2050 sind weitere Massnahmen notwendig).
Fazit: Bei 25 Massnahmen ist die Umsetzung auf Kurs. Dazu gehören etwa die Förderung von Photovoltaikanlagen Privater, das Teilverbot fossile Wärmeerzeugung oder das Gesamtkonzept erneuerbare Antriebe.
Kommunale Umsetzung begrenzt
Bei zehn Massnahmen ist die Umsetzung teilweise auf Kurs, beispielsweise bei der Lösung von Zielkonflikten zwischen Ortsbildschutz und Klimaschutz oder bei der Impulsberatung «Erneuerbar heizen». Zwei Massnahmen sind nicht auf Kurs.
Dazu gehört etwa die sogenannte GEAK-Plus-Pflicht. Damit ist die Pflicht gemeint, auch für bestehende Gebäude einen Energieausweis zu erstellen und eine Sanierungsberatung durchzuführen.
Diese Pflicht, wie von der Stadt bevorzugt, im ganzen Kanton einzuführen, ist bisher nicht gelungen. Für die Umsetzung auf kommunaler Ebene reicht die aktuelle städtische Gesetzgebung nicht aus.
Tempo beim Klimaschutz halten
«Insgesamt verläuft die Umsetzung der Massnahmen aus unserer Klima- und Energiestrategie erfreulich», sagt Stadtrat Marco Baumann, Umwelt- und Mobilitätsdirektor. «Erste Resultate in Bezug auf unsere Klima- und Energieziele sind bereits ersichtlich.
Einige Ziele erreichen wir wohl früher als erwartet, bei anderen braucht es noch mehr Anstrengung. Klimaschutz ist kein Sprint – aber wir müssen das Tempo halten, gemeinsam mit Politik, Wirtschaft und Bevölkerung.»






