Stadt Luzern

«Luzern schaut hin»: Stadt registriert 150 Vorfälle 2025

Nau.ch Lokal
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Luzern,

2025 gingen im Projekt «Luzern schaut hin» durchschnittlich drei Meldungen pro Woche ein. Vor allem Frauen und queere Menschen berichten von Übergriffen.

Der Falkenplatz in der Stadt Luzern.
Der Falkenplatz in der Stadt Luzern. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Wie die Stadt Luzern berichtet, lancierte sie vor gut zwei Jahren das Projekt «Luzern schaut hin». Kernelement des Projekts ist das Online-Meldetool, wo sexistische und queerfeindliche Belästigungen und Übergriffe gemeldet werden können.

Eines der Ziele des Projekts ist es, Erlebtes sichtbar zu machen und eine fundierte Diskussion über sexistische und queerfeindliche Belästigungen in der Stadt Luzern anzuregen. Nun liegt der Auswertungsbericht über die 2025 eingegangenen Meldungen im Tool vor.

Übergriffige Situationen sind für eine grosse Mehrheit der Frauen und Personen, die nicht den normativen Geschlechtervorstellungen entsprechen, eine Lebensrealität. Sexismus bildet den Nährboden für schwerere Formen von sexualisierter Gewalt.

Es ist deshalb zentral, auch «leichtere» Grenzüberschreitungen nicht zu verharmlosen und Sensibilisierung sowie Zivilcourage in diesen Bereichen zu fördern. Mit dem Projekt «Luzern schaut hin» werden Massnahmen gegen Sexismus und Queerfeindlichkeit ergriffen, unter anderem mit einem anonymen Online-Meldetool.

Auswertung der Meldungen

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 150 Fälle gemeldet. Durchschnittlich gehen somit drei Meldungen pro Woche ein. Dies ist gegenüber dem Einführungsjahr 2024 zwar leicht rückläufig, es zeigt aber auf, dass das Tool weiterhin genutzt wird.

Es entspricht offensichtlich einem Bedürfnis, Vorfälle zu melden. Zudem verdeutlichen die Zahlen, dass Belästigungen für viele Menschen, die sich in Luzern aufhalten eine bedauerliche Realität sind.

Inhaltich zeigt sich auch im zweiten Jahr ein ähnliches Bild wie im Vorjahr: Es werden vor allem Belästigungen auf der Strasse beziehungsweise öffentlichen Plätzen oder im öffentlichen Verkehr gemeldet.

Grossmehrheitlich sind es Frauen und queere Menschen, die aufgrund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität Belästigungen und Übergriffe erleiden, sei es in Form von Worten, Anstarren oder unangebrachter Geräusche.

Junge Betroffene und Sensibilisierungskampagnen

Rund die Hälfte der Meldenden sind jünger als 25 Jahre. Die Freitextmeldungen geben Hinweise darauf, dass diese Erlebnisse sehr belastend sein können und die Betroffenen teils überfordern.

Um für das Thema zu sensibilisieren, wurden im Jahr 2025 zwei Kampagnen realisiert. Dabei wurden unter anderem Beobachter von Belästigungssituationen zum Zeigen von Zivilcourage ermutigt.

Die Kampagnen waren im öffentlichen Raum und im öffentlichen Verkehr präsent, auch weil dies Orte sind, an denen besonders viele Belästigungen gemeldet werden. Ebenso wurden öffentliche Zivilcourage-Kurse angeboten, die rege besucht waren.

Neue Kampagnen zur Fasnacht

Im Jahr 2025 wurde zudem ein Fokus auf die Sensibilisierung der Mitarbeitenden der Stadtverwaltung gelegt. So wurden unter anderem interne Zivilcourage-Kurse angeboten. Zu Beginn des Jahres 2026 wird «Luzern schaut hin» wieder mit einer Kampagne präsent sein.

Gewählt wurde die Fasnachtszeit, weil die Meldungen zeigen, dass Belästigungen besonders dann auftreten, wenn sich viele Menschen dicht gedrängt im öffentlichen Raum aufhalten. Zudem werden am 2. und am 12. März wiederum zwei kostenlose Zivilcourage-Kurse für die Bevölkerung angeboten.

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