Gemeindehaus: Siegerprojekt vereint Moderne und Tradition

Das Projekt «zäme» setzt sich als Sieger des Studienauftrags in der Gemeinde Ruswil durch. Die denkmalgeschützte «Alte Farb» bleibt erhalten und wird saniert.

Wie die Gemeinde Ruswil berichtet, ergab der Studienauftrag für ein modernes Gemeindehaus auf dem alten Landi-Areal in Ruswil einen klaren Sieger: Das Projekt «zäme» der TGS Architekten aus Luzern überzeugte mit seinen räumlichen und betrieblichen Qualitäten.
Die schützenswerte «Alte Farb» gleich daneben bleibt bestehen. Sie wird von der neu gegründeten Genossenschaft «Baukultur Ruswil» übernommen, saniert und betrieben. Zwischen und neben den Gebäuden entstehen einladende Freiräume für die Bevölkerung.
Ruswil soll ein attraktives, neues Gemeindehaus mitten im Zentrum erhalten. Durch überzeugende Architektur und eine flexible Raumaufteilung ermöglicht es effiziente Arbeitsabläufe in der Verwaltung. Gleichzeitig soll ein Anlauf- und Treffpunkt für die Bevölkerung entstehen.
Studienauftrag bringt klaren Sieger hervor
2019 sprach sich die Bevölkerung in einer Konsultativabstimmung für das ehemalige Landi-Areal als Standort aus. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Grundeigentümerschaft einen zweistufigen Studienauftrag mit sieben Teams durchgeführt.
Vier Teams erhielten die Gelegenheit, ihre Projektideen weiter auszuarbeiten. Das Projekt «zäme» der TGS Architekten aus Luzern überzeugte mit seinen räumlichen, gestalterischen und betrieblichen Qualitäten. Es gliedert sich geschickt ins Ortsbild ein und lässt der «Alten Farb» Raum. Die Jury mit Vertretungen der Gemeinde, der Grundeigentümerin und der Nachbarschaft empfahl es einstimmig zur Umsetzung.
Tiefe Erstellungskosten
Das Raumprogramm umfasst eine Nettogeschossfläche von rund 1860 Quadratmetern für 45 Arbeitsplätze sowie Sitzungszimmer. Zudem war die Einbindung der denkmalgeschützten «Alten Farb» eine zentrale Anforderung. Das Projekt «zäme» schlägt für die Gemeindeverwaltung einen sechseckigen Bau mit vier Geschossen vor.
Dieses überzeugt sowohl durch seine ortsbauliche Integration als auch durch die durchdachte Gebäudeorganisation. Die Fassaden fügen sich respektvoll ins Ortsbild ein, während die Grundrisse eine flexible Aufteilung der Büroflächen der Gemeindeverwaltung ermöglichen. Eine einfache und durchgängige Gebäudestruktur ermöglicht niedrige Erstellungskosten sowie einen effizienten und flexiblen Betrieb.
Rund um den Neubau und die «Alte Farb» entstehen einladende Freiräume: der «Gemeindeplatz» an der Wolhuserstrasse und der «Hofgarten» am Chasteleweg. Erste Schätzungen gehen für das neue Gemeindehaus von einem Investitionsvolumen von 13,4 Mio. Franken aus. Bei diesem Planungsstand ist mit Abweichungen von ± 25 Prozent zu rechnen.
Mehrwert für die ganze Gemeinde
Der Neubau gewährleistet eine effiziente Organisation der Verwaltungsabläufe und bietet eine klare räumliche Struktur, die sowohl die Bedürfnisse der Mitarbeitenden als auch der Besuchenden berücksichtigt. Das Gebäude wird barrierefrei gestaltet, um eine uneingeschränkte Zugänglichkeit für alle Nutzenden zu gewährleisten.
«Der Gemeinderat ist überzeugt vom Mehrwert des Siegerprojekts für die Bevölkerung und die Gemeinde. Das Gemeindehaus enthält das vollständige Raumprogramm der Verwaltung, gleichzeitig entsteht ein attraktiver Aussenraum und mit der Alten Farb ein vielseitig nutzbares Gebäude», erklärt Werner Koch, Gemeinderat Ressort Bau und Infrastruktur. Das neue Gemeindehaus trägt wesentlich zur Neugestaltung und Aufwertung des Dorfkerns von Ruswil bei.
Die «Alte Farb» bleibt erhalten
Die schützenswerte «Alte Farb» bleibt als prägendes Ortsbildelement von Ruswil erhalten. Das Gebäude wurde um 1800 als klassizistisches Wohnhaus mit integrierter Färberei errichtet und gilt als schützenswert. Das historische Gebäude befindet sich heute in einem schlechten Zustand, kann aber im Innern komplett saniert und umgebaut werden.
Die Anbauten dürfen entfernt werden. Das Siegerprojekt sieht eine vielfältige Nutzung vor und die «Alte Farb» soll sich dadurch zu einem aktiven Bestandteil des Dorflebens entwickeln. Denkbar sind multifunktionale, halböffentliche Räume für Kultur und Vereine.
Genossenschaft «Baukultur Ruswil» gegründet
Dazu wurde die Genossenschaft «Baukultur Ruswil» ins Leben gerufen. Sie verfolgt das Ziel, Projekte zu initiieren, die den Erhalt kulturell, historisch oder architektonisch wertvoller Liegenschaften sowie immateriellen Kulturguts sichern.
Diese sollen neu belebt und einer nachhaltigen Nutzung zugeführt werden. Das erste Projekt ist der Erhalt der «Alten Farb». Die Genossenschaft wird das Haus eigenständig erwerben, sanieren und betreiben.
Der siebenköpfige Gründungsvorstand wird in den nächsten Monaten im Dialog mit der Bevölkerung konkrete Nutzungsideen erarbeiten. Die Genossenschaft sucht viele weitere interessierte Mitglieder, die diese Idee unterstützen und ermöglichen.