Wärmeverbund: Baar setzt auf realistische Lösungen

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Region Zug,

Ein flächendeckender Wärmeverbund in der Gemeinde Baar ist nicht wirtschaftlich. Die Gemeinde untersucht nun gezielt Teilgebiete mit realistischem Potenzial.

Gemeindeverwaltung Baar.
Gemeindeverwaltung Baar. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Wie die Gemeinde Baar informiert, haben sich die Hoffnungen, einen flächendeckenden Wärmeverbund für die ganze Gemeinde zu realisieren, zerschlagen. Stattdessen werden nun Teilgebiete mit einem realistischen Potenzial vertieft untersucht.

Vor rund drei Jahren haben die Gemeinde Baar und die WWZ angekündigt, das Potenzial für einen flächendeckenden, gemeindeweiten Wärmeverbund zu prüfen. Diese Arbeiten sind mittlerweile abgeschlossen – mit einem ernüchternden Fazit: Ein flächendeckendes System ist weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll umsetzbar.

Dafür müssten Gebäude mit hohem Wärmebedarf auf kurze Distanz erschlossen werden können. In Baar ist dies nicht in genügendem Ausmass gegeben. Die sogenannte Energiedichte ist zu gering. Die Leitungen werden zu lang und damit die Kosten zu hoch.

Technische und wirtschaftliche Hürden

Viele grössere Liegenschaften verfügen bereits über eine Wärmeversorgung mit Grundwasser und Wärmepumpen. Dadurch sind die Voraussetzungen für einen Anschluss an einen Wärmeverbund weniger günstig, was das potenzielle Interesse grundsätzlich reduzieren kann.

Erschwerend kommt hinzu, dass die lokal verfügbaren erneuerbaren Energiequellen beschränkt sind. Holz steht nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Für die Wärmegewinnung nutzbares Tiefengrundwasser wäre zwar vorhanden, doch die Investitionskosten sind für einen flächendeckenden Verbund viel zu hoch. Die Preise für die Wärme wären nicht wettbewerbsfähig.

Vertiefte Untersuchungen in Teilgebieten

Die Untersuchungen haben aber gezeigt, dass Wärmeverbunde mit Tiefengrundwasser in klar abgegrenzten Gebieten wirtschaftlich tragfähig sein können. Darauf konzentrieren sich die Gemeinde und WWZ. Im Fokus stehen die Gebiete Unterfeld und Baarermatt.

Die Voraussetzungen bezüglich Energiedichte, Nähe zu bestehenden Energiezentralen sowie grosse öffentliche oder private Liegenschaften sind hier erfüllt. «Wir werden vertiefte Abklärungen für klar definierte Teilgebiete mit realistischem Potenzial initiieren», erklärt Gemeinderat Zari Dzaferi.

«Diese werden zeigen, ob solche kleinräumigen Wärmeverbunde die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllen.» In enger Abstimmung mit dem Kanton und Fachstellen will die Gemeinde die erforderlichen Rahmenbedingungen klären und Vorprojekte anstossen. «Mit diesen Massnahmen möchten wir Planungssicherheit für die Eigentümerinnen und Eigentümer schaffen», sagt Zari Dzaferi.

Abklärungen benötigen Zeit

Weil ein flächendeckender Wärmeverbund in Baar nicht möglich ist, verfolgt die Gemeinde den Ansatz: sinnvoll, nachhaltig und langfristig. All diese Arbeiten werden Zeit in Anspruch nehmen. «Abklärungen für Wärmeverbunde sind komplex», erklärt Zari Dzaferi.

«Es müssen zahlreiche Faktoren berücksichtigt und mehrere Beteiligte einbezogen werden.» Ob und in welcher Form in Baar künftig Wärmeverbunde realisiert werden können, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschliessend beurteilen.

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