Kanti Reussbühl soll ab 2030 Platz für 18 weitere Klassen bieten

Die Luzerner Kantonsschule Reussbühl soll Platz für 18 weitere Klassen erhalten. Für die geplante Erweiterung beantragt der Regierungsrat einen Sonderkredit von 86,5 Millionen Franken.

Der Luzerner Finanzdirektor Reto Wyss (Mitte) stellte das Projekt am Freitag den Medien vor. Nötig sei die Erweiterung wegen der wachsenden Anzahl Lernenden. Die Schule, die 1970 errichtet und 1997 letztmals erweitert wurde, habe ihre Kapazitätsgrenze erreicht.
Die Kanti Reussbühl bietet ein Lang- und Kurzzeitgymnasium an. Heute bietet sie Platz für 41 Klassen. Zum Start des Schuljahrs 2030/2031 soll sie 59 Klassen oder 1200 Schülerinnen und Schüler beherbergen können.
Dafür plant der Kanton insbesondere einen Neubau mit unterschiedlichen Schulräumen, einem Mehrzweckraum für 250 Personen und einer Dreifachturnhalle.
Das geplante Gebäude ist dreigeschossig und soll nahe am bestehenden Hauptgebäude gebaut werden. Es sind «Lernlandschaften» geplant, die den Bedürfnissen des zeitgemässen Unterrichts entsprechen sollen, wie Wyss erklärte.
«Die Sporthallen sind heute am Limit», sagte Wyss weiter. Mit der neuen Dreifachturnhalle erhöht sich die Zahl der Sporthallen auf dem Schulgelände von zwei auf fünf. Dieses zusätzliche Raumangebot soll auch für Vereine zur Verfügung stehen.
Das Projekt soll «ein hohes Niveau an Nachhaltigkeit» aufweisen, wie es in der regierungsrätlichen Botschaft dazu hiess. Auf dem Flachdach des Neubaus will die Regierung die maximal mögliche Fläche von Photovoltaikanlagen realisieren.
Die Heizung und Kühlung der Räume erfolge über Fernwärme. Eine Bodenheizung ist vorgesehen. Mit den gleichen Leitungen, die im Winter für Wärme sorgen, sollen die Räume im Sommer gekühlt werden.
Im Zuge der Erweiterung um ein weiteres Gebäude kommt es auch zu Rochaden. Einige Fachschaften werden vom bestehenden Hauptgebäude in den Neubau zügeln. An ihrem bisherigen Standort bleiben die Spezialräume für die Naturwissenschaften und die musischen Fächer.
Überdies ist eine Erweiterung der Mensa um 140 Sitzplätze geplant. Dafür ist ein Anbau nötig.
Der Raumbedarf der Kantonsschule Reussbühl wurde bereits 2019 in der Immobilienstrategie des Kantons festgehalten. Den Wettbewerb für das Projekt führte der Kanton im Jahr 2022 durch. Den Zuschlag erhielt ein Zürcher Architektur-Duo.
Im Vergleich zur Phase Vorprojekt soll das Gebäude nun 20 Meter näher an die bestehenden Bauten rücken. Damit soll daneben ein weiterer möglicher Bauplatz frei bleiben.
Der Kanton Luzern hält zudem angrenzend zur Schulanlage weiterhin eine strategische Landreserve, die «für zukünftige Generationen wertvoll und wichtig» sei, wie Wyss an der Medienkonferenz sagte.
Bevor die Arbeiten im Sommer 2028 beginnen sollen, entscheidet als nächstes der Kantonsrat über den Sonderkredit, voraussichtlich in der Mai-Session 2026. Die Volksabstimmung soll am 27. September 2026 stattfinden.






