Zuger Verkehrsbetriebe sollen mit Darlehen fossilfreie Busse kaufen

Die Dieselfahrzeuge der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) sollen bis 2035 durch elektrisch betriebene Fahrzeuge ersetzt werden. Der Zuger Kantonsrat hat das Darlehen an seiner Sitzung vom Donnerstag in erster Lesung begrüsst.

Die Regierung sprach sich für ein rückzahlbares Darlehen von maximal 91,5 Millionen Franken an die Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) aus. Mit dem Kredit soll das Unternehmen, an dem der Kanton zu 68 Prozent beteiligt ist, seine Fahrzeugflotte auf CO2-neutrale Fahrzeuge umstellen.
Simon Leuenberger (Mitte), Präsident der vorberatenden Kommission, erklärte, die Vorlage sei «wirtschaftlich sinnvoll», «transparent» und liege «im öffentlichen Interesse». Sie ermögliche der ZVB, ihren Richtplanauftrag umzusetzen, ohne dass Mittel an externe Finanzinstitute abflössen. «Die Finanzierung über den Kanton bietet für beide Seiten Vorteile», hielt er fest.
Vroni Straub (ALG) teilte diese Ansicht. Die kantonale Finanzierung bringe Kostenvorteile für die Kundschaft, da die Mehrkosten eines CO2-neutralen Busbetriebs nicht auf die Nutzerinnen und Nutzer überwälzt werden müssten. Auch die Mitte stimmte zu. Der Kanton könne sich das leisten, sagte Thomas Gwerder (Mitte). «Zug verfügt über eine sehr hohe Liquidität.“
Tabea Estermann (GLP) bezeichnete das Darlehen «als Zeichen des Vertrauens» und der «Wertschätzung gegenüber der ZVB.» Thomas Gander (FDP) wies darauf hin, dass das öffentliche Interesse klar ausgewiesen sei und der Kanton «nicht als Bank für Private, sondern als Eigentümer eines Unternehmens mit öffentlichem Auftrag» handle.
Einzig Thomas Werner (SVP) äusserte grössere Kritik und lehnte das Geschäft als Einzelsprecher ab. Seiner Ansicht nach sei das Projekt sowohl betriebswirtschaftlich als auch ökologisch problematisch und führe zu «Ineffizienz und Ressourcenverschleiss». Zudem wies er darauf hin, dass im Winter für die gleiche Leistung mehr Busse benötigt würden, was einer «perversen Materialschlacht» zur Beruhigung des Gewissens“ gleiche.
Die finale Abstimmung findet nach der zweiten Beratung statt.





