Kantonsrat lehnt durchgehenden psychiatrischen Notfalldienst ab

    Keystone-SDA Regional
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    Region Zug,

    Der Zuger Kantonsrat will nichts wissen von einem durchgehenden psychiatrischen Notfalldienst. Er lehnte am Donnerstag ein Postulat der ALG mit 56 zu 18 Stimmen ab.

    Die ALG forderte die Einrichtung eines psychiatrischen Notfalldienstes mit 24-Stunden-Telefonberatung im Kanton Zug. (Symbolbild)
    Die ALG forderte die Einrichtung eines psychiatrischen Notfalldienstes mit 24-Stunden-Telefonberatung im Kanton Zug. (Symbolbild) - Keystone/EDDY RISCH

    Der Vorstoss der ALG-Fraktion verlangte, im Kanton Zug einen rund um die Uhr erreichbaren psychiatrischen Notfalldienst mit telefonischer Beratung zu prüfen oder einzurichten. Geprüft werden sollen dabei ein Aufbau eines kantonalen Dienstes und die Evaluierung der Kosten und Ressourcen. Andreas Iten (ALG) sagte namens der Vorstösser, viele Betroffene wüssten in einer Krise nicht, an wen sie sich wenden könnten.

    Begründet wurde das Anliegen damit, dass es bisher keinen spezialisierten psychiatrischen 24/7-Notfalldienst gibt und Betroffene oft in den «somatischen Notfall oder zur Polizei» ausweichen müssen. Ein solches Angebot würde die Versorgung in psychischen Krisen verbessern und unnötige Hospitalisationen oder Polizeieinsätze reduzieren.

    Das Ansinnen hatte im Kantonsparlament einen schweren Stand. Einzig die SP unterstützte es. Sprecher Christian Hegglin plädierte dafür, einen Versuch zu wagen. Sonst werde in einem kritischen Gesundheitsbereich «eine Chance verpasst.»

    Mangel an Fachkräften

    Anna Bieri (Mitte) sagte, die Sicherstellung der psychiatrischen Betreuung sei eine Herausforderung. Angesichts der knappen personellen Ressourcen sei es nicht sinnvoll, «weitere Ressourcen zu binden». Es gebe schlicht zu wenig Fachärzte, sagte Carina Brüngger (FDP). «Das zeigt sich an den langen Wartezeiten». Auch die Sprechenden von Mitte und GLP verweigerten die Unterstützung.

    Auch die Regierung hatte kein Gehör für das Anliegen. Mit dem Psychiatriekonkordat Uri, Schwyz und Zug hätten die Kantone die Zuständigkeit für die Versorgung gemeinsam organisiert. Ein eigener kantonaler Dienst sei deshalb nicht vorgesehen. Und ein neuer Rund-um-die-Uhr-Dienst wäre laut der Regierung angesichts der wenigen Fälle mit jährlichen Kosten von 1,5 Millionen Franken und wegen des Mangels an «qualifiziertem Personal» kaum umsetzbar.

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