Zuger alt Kantonsrat Konrad Studerus (Mitte) über EU-Stromabkommen

    Konrad Studerus
    Konrad Studerus

    Region Zug,

    Konrad Studerus (Mitte), Zuger alt Kantonsrat, äussert sich im Gastbeitrag zum Stromabkommen zwischen der Schweiz und der EU.

    Konrad Studerus Mitte ZG
    Konrad Studerus, alt Kantonsrat Mitte/ZG - zVg

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Aktion für vernünftige Energiepolitik Aves diskutierte das Stromabkommen mit der EU.
    • Die Schweiz habe schwere Nachteile in Kauf zu nehmen, so Konrad Studerus, alt Kantonsrat.
    • Doch sei die zunehmende Abhängigkeit von Stromimporten selbst verschuldet.

    Regierungsrat Heinz Tännler, ehemaliger Verwaltungsrat der Axpo, orientierte die Aktion für vernünftige Energiepolitik (AVES Zug) über das Stromabkommen mit der EU.

    Die Anwesenden nahmen zur Kenntnis, dass es neben den erhofften Vorteilen wohl deutlich schwerwiegendere Nachteile in Kauf zu nehmen gilt.

    Es drohen Überregulierung und eventuell auch EU-Sanktionen

    Als positiv können die bessere Integration ins europäische Stromnetz und eventuell auch die umstrittene Marktöffnung für Kleinkunden betrachtet werden.

    Zuger Regierungsrat
    Regierungsrat Heinz Tännler orientierte die Aktion für vernünftige Energiepolitik (AVES Zug) über das Stromabkommen mit der EU. (Archivbild) - KEYSTONE/Urs Flueeler

    Als negativ erscheint aus demokratischer Sicht, dass die EU ihre Regelungen einseitig abändern kann. Bei Streitigkeiten wendet das gemischte Schiedsgericht EU-Recht gemäss Auslegung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) an. Neben lähmender Überregulierung drohen uns so eventuell auch EU-Sanktionen.

    Negative Auswirkungen hat der Wegfall der privilegierten Belieferung der Schweiz aus den französischen Kernkraftwerken. Dasselbe gilt für die vorrangige Belieferung aus den Grenz-Wasserkraftwerken. Eventuell droht auch der Verlust der Kontrolle über unsere Wasserkraftreserven.

    Abhängigkeit von Stromimporten selbst verschuldet

    In der Publikumsdiskussion wurden überwiegend Argumente gegen das Stromabkommen vorgebracht.

    Leider ist unsere zunehmende Abhängigkeit von Stromimporten politisch selbst verschuldet. Die aktuelle Verlagerung von steuerbarer inländischer Stromproduktion (Wasserkraft, AKW) zu Importen rächt sich nun. Der zunehmende Flatterstrom (Solar, Wind) verschärft zudem das Netzproblem.

    wasserkraftreserve
    Eventuell droht auch der Verlust der Kontrolle über die Schweizer Wasserkraftreserven. (Archivbild) - Keystone

    Obwohl unser Land im Strombereich von der EU diskriminiert wird und in einer selbstverschuldeten Zwangslage steckt, möchten die meisten Redner unsere Strommarktordung trotzdem nicht gegen eine bürokratische EU-Regelung eintauschen.

    Widersprüchliche Haltung der Strombranche kommt schlecht an

    Die Strombranche selbst unterstützt das Stromabkommen und bekämpft gleichzeitig die geplante innerstaatliche Umsetzung.

    Diese widersprüchliche Haltung der Strombranche (VSE, Axpo, Alpiq et cetera) kam beim Publikum schlecht an, weil diese Unternehmen bisher nichts Wirksames gegen die drohende Strommangellage unternommen haben.

    Wie stehst du zum geplanten Stromabkommen mit der EU?

    Zahlreiche Voten verlangten eine speditive Errichtung von neuen Kraftwerkskapazitäten, vor allem neue AKW, um sich aus der Abhängigkeit von Stromimporten zu befreien.

    ***

    Zum Autor: Konrad Studerus, ist alt Kantonsrat der Mitte/ZG. Er kommt aus Edlibach ZG.

    Kommentare

    User #3113 (nicht angemeldet)

    Deutschland braucht nur flatterstrom das reicht auch? Satire in gruen

    User #6626 (nicht angemeldet)

    Wieviel darf die Schweiz an die EU bezahlen wenn sie denen den Strom verkaufen. Es ist ja bekannt, dass die Schweiz bezahlen mus um etwas an die EU zu verkaufen. Die EWU will Geld, Geld, Geld, immer wieder Geld und tut nichts.

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